Verantwortung Werte

Jetzt drehen alle Politiker völlig am Rad – und ich durch!

Written by Jürgen Fischer. Posted in Verantwortung, Werte

Laschet will ein Notstandsgesetz durchpeitschen. Er will Grund- und Freiheitsrechte beschneiden und zudem die Krisenorganisation in Bereichen übernehmen können, von denen Politiker überhaupt keinen Plan haben – und er vermutlich am allerwenigsten. Der Mann hat nie in leitender Position in irgendeinem Unternehmen gearbeitet und befindet sich damit in bester Gesellschaft mit vielen anderen, die sich gerade in alles Mögliche einmischen.

Der Staat beweist eindrucksvoll, dass Management, Organisation und Koordination definitiv nicht zu seinen Stärken gehören. Und weil man es nicht kann, greift man zunehmend mehr ein und will sich noch mehr Rechte aneignen. Das ist nicht nur kurz vor irre, das ist weit darüber hinaus.

Der Staat nutzt die Coronakrise, um sich in vielen Bereichen mehr Rechte einzuräumen und unsere freiheitlichen Grundsätze zu beschränken. Dabei sind viele seiner Handlungen an Unfähigkeit nicht mehr zu überbieten.

Bis vor ein paar Wochen haben wir alle in Deutschland über die totale Überwachung in China gelästert und wir waren uns einig, dass man so etwas in einem freiheitlichen Staat nicht will. Jetzt ertragen wir ohne jegliche Widersprüche nahezu jeden Eingriff in unsere Freiheitsrechte. Viele Politiker unterstützen parteiübergreifend eine Überwachungs-App, denn etwas anderes ist das nicht. Angeblich alles völlig anonym und es wird, so der allgemeine Tenor, auf Freiwilligkeit gesetzt. Wenn aber keiner mitmacht, wird sich das schnell ändern. Und wenn genug mitmachen, werden die verbleibenden schnell identifiziert. Als nächstes blenden wir dann in der App auch die Religionszugehörigkeit und Vorstrafen ein, so kann jeder Bürger sich besser schützen. Und ganz viele Menschen fänden das sogar noch toll. Habt ihr noch alle Nadeln an der Tanne?

Das Gesundheitssystem wird kaputtgespart und kosten- bzw. gewinnorientiert geführt. In Deutschland werden schon lange nicht mehr alle gleich behandelt, wer mehr Geld hat, hat eine bessere Gesundheitsversorgung. Auch wenn unser Gesundheitssystem eines der besten weltweit ist, zeigt die Coronakrise, dass das System auf Kante genäht ist und die Notfallreserven zu gering sind. Das ist einzig und allein auf politische Entscheidungen zurückzuführen. Aber anstatt diese Fehler einzugestehen, lobt man sich lieber.

Weil dieses System auf Kante genäht ist, muss man alle Deutschen einsperren und Kontaktverbote aussprechen. Denn mangelnde Kapazitäten und ein drohendes Zusammenbrechen des Gesundheitssystems waren die Begründung für die bisher ergriffenen Maßnahmen. Die Unfähigkeit der Politik in Bezug auf eine vorausschauende Steuerung ist die Ursache für den aktuellen Notstand. Und die Typen (womit ausdrücklich auch Politikerinnen gemeint sind), die das versaubeutelt haben, klatschen in Richtung derer, die im Gesundheitssystem unter extremen Belastungen arbeiten und die Karre aus dem Dreck ziehen müssen. In jedem Unternehmen würde man sich von solchen leitenden Angestellten in hohen Führungsebenen trennen, man würde sie achtkantig rauswerfen. In der Politik bauen sie ihre Macht weiter aus und bewähren sich als erfolgreiche Krisenmanager. Obendrein steigt sogar noch das Vertrauen in unsere Regierung, das Wahlvolk scheint völlig verblendet.

Unsere Politiker loben sich sogar dafür, dass es ihnen nun gelungen ist, die Krankenhäuser in Deutschland jetzt, also Ende März, miteinander zu vernetzen. Die Kliniken in Münster und Aachen stehen nun den anderen als zentrale Ansprechpartner in NRW zur Verfügung. Ach wie toll habt ihr das denn gemacht. Jetzt tauschen sich die Krankenhäuser endlich untereinander aus, weil das mit dem Beatmen nicht so einfach und eine hohe Fachexpertise notwendig ist. Das wusste man schon lange vor Corona. Haben die alle einen an der Waffel? Für eine solche Koordination und Vernetzung sorgt ein Krisenmanager an seinem ersten Arbeitstag und nicht nach Monaten. Aber Politiker stellen dies als besondere Leistung heraus und wollen dafür scheinbar auch noch gelobt werden.

Unsere Brüssel-Uschi kann man rauswerfen und Europa getrost schließen. Anstelle einer europaübergreifenden Koordination macht jedes Land, was es für richtig hält und das ist im Wesentlichen Abschottung, Fenster zu, Türen zu, Grenzen zu. Immerhin unterstützen wir nun endlich Italien, nehmen Erkrankte auf und senden benötigtes Material dorthin. Es ist Anfang April. Unsere Hilfe hätte Italien vor Wochen dringend gebraucht. Europa ist keine Wertegemeinschaft, sondern ein Konglomerat von Ländern, die überwiegend ihre eigenen Interessen verfolgen. Im Europaclub geht es nur um Kohle, de facto nicht um Werte und Solidarität.

Obendrein hebeln Regierungen in vielen europäischen Ländern die Demokratie nicht nur aus den Angeln, einige sind auf dem Weg zur Autokratie. Von einer Werte- und Solidargemeinschaft kann keine Rede sein und aus Brüssel wird nicht einmal mit dem sofortigen Rauswurf dieser Staaten gedroht. Stattdessen machen fast alle im Kleinen irgendwie mit und beschränken ebenfalls freiheitliche Grundrechte, dabei zeigen sie mit dem Finger auf Polen und Ungarn. Anstatt europaweit die ärztliche Versorgung gemeinsam sicherzustellen, sich wechselseitig im medizinischen Bereich zu unterstützen, freie Krankenhauskapazitäten von zentraler Stelle zu koordinieren, diskutiert man nun über Eurobonds, das ist bekloppt!

In Deutschland sind wir zu blöd, um ein paar Bundesländer unter einen Hut zu bringen. Die „Oberhäupter“ der Bundesländer, einigen Herren fehlt nur noch das Krönchen, können sich nicht einigen. Wir sind in Deutschland offenkundig nicht einmal in der Lage, die Anzahl an durchgeführten Tests irgendwo zentral zu erfassen. Wir kennen zwar ungefähr die Anzahl statistisch erfasster Infizierter, aber die Grundgesamtheit aller durchgeführten Tests ist scheinbar nicht bekannt. Dabei wäre die Zahl wichtig, um überhaupt irgendwelche Rückschlüsse ziehen zu können. Aber Rückschlüsse will scheinbar keiner ziehen, stattdessen wird wie wildgewordene Hühner herumgegackert und -geflattert, Hauptsache in Bewegung bleiben. Dazu gehört dann auch, dass man lauthals die ständig steigenden Testkapazitäten verkündet. Wen bitte interessiert diese Zahl? Es geht nicht darum, was man angeblich an Tests pro Woche durchführen könnte, sondern wie viele Tests man insgesamt mit welchen Ergebnissen gemacht hat.

Jetzt diskutieren wir über eine Schutzmaskenpflicht. Bis vor wenigen Tagen war man sich noch einig, dass die Dinger nichts bringen. Warum zwingt Ihr die Bevölkerung nicht zum Tragen von Vollkörperanzügen und Taucherbrillen, dann atmen wir nur noch durch Schnorchel, das wäre doch viel sicherer.

Auch unsere statistischen Zählungen sind dilettantisch. Wir testen der Spur des Virus hinterher. Das ist reaktiv. Proaktiv würde man anders vorgehen und beispielsweise einige regionale Cluster bilden und dort alle Menschen durchtesten. Hieraus könnte man sehr gut auf die wirkliche Durchdringung schließen. Aber viele Wissenschaftler arbeiten lieber mit ihren theoretischen Modellen und erstellen modellgestützte Hochrechnungen. Einem Modell zufolge war die Welt auch einmal eine Scheibe.

Virologe Drosten droht mit einem Rückzug, ist in der Presse zu lesen. Gleichzeitig äußert derselbe Virologe sich zum Thema Datenschutz und Anonymität bei der geplanten App. Da ist er natürlich auch Fachmann, weil es in diesem Internet auch Viren gibt und schon ist der Zusammenhang evident. Hören Sie doch bitte mit dem Drohen auf und ziehen Sie die Nummer durch. Tschö wa und Dankeschön!

Herrn Prof. Wieler vom Robert Koch-Institut muss ich auch nicht ständig an vorderster Front sehen. Seine Zahlen sind nicht aktuell und zudem bleibt es bei immer denselben Statistiken und dem grundlegenden Ansatz, das Virus auf seinem Weg zu verfolgen, von China, Ischgl und Heinsberg nach sonst wohin. Das ist toll, dass wir das nun wissen. Es bringt nur nichts. Weil wir in Statistik nicht ganz auf der Höhe sind, nehmen ohnehin alle lieber die Zahlen der Johns Hopkins University in den USA. Das RKI ändert aber an seinem Vorgehen nichts, es wird einfach weitergezählt, amtliche Statistik nennt Prof. Wieler das. Neueste Erkenntnis des RKI: Die Sterblichkeitsrate bei uns in Deutschland wird ansteigen, weil zunehmend ältere Menschen betroffen sein werden. Ohne das RKI wäre da wohl keiner drauf gekommen, es sind ja kaum Alten- und Pflegeheime betroffen.

In einigen Alten- und Pflegeheimen sterben die Menschen weg. Man wusste, dass alte Menschen deutlich stärker betroffen sind. Anstatt jedoch vor Wochen dort die Hygienevorschriften extrem zu erhöhen, schließen unsere Politiker als erstes die Schulen, dabei gibt es im Prinzip keine schweren Verläufe bei Kindern und Jugendlichen. Wir sind ohnehin schon nicht die Schlausten hier in unserem Lande, was sich an sehr vielen Ecken und Enden bemerkbar macht. Durch wochenlange Schulschließungen sorgen wir sicherlich nicht für ein höheres Bildungsniveau, was aber dringend notwendig wäre.

Unsere Politiker schließen alle Restaurants und unsere Fernfahrer wissen nicht mehr, wo sie mal auf die Toilette gehen können, geschweige denn, wo sie etwas zu essen bekommen. Die Tafeln müssen dicht machen, es trifft wie fast immer diejenigen, die sich nicht stapelweise Klopapier zu Hause bunkern können, weil sie dafür kein Geld haben. Unsere Agrarministerin Klöckner stellt sich wiederholt vor die Presse und faselt etwas davon, dass es keine Engpässe geben würde. Währenddessen laufen wir alle 2 Wochen lang an leeren Regalen vorbei. Ist klar, Ministerinnen gehen halt nicht mehr selbst in den Supermarkt, da ist man von der Realität ziemlich weit entfernt. Das beweist man auch beim Thema Erntehelfer. Dieselbe Ministerin rühmt sich, dass es nun eine App geben würde; die hat man mal eben aus dem Boden gestampft und dort könne die Landwirtschaft Unterstützung finden. Hallelujah, gesegnet seist Du, Ministerin! Tatsache ist, dass die Landwirte ihre Felder nicht bestellen und die Ernte nicht einfahren können. Die App ändert daran mal rein gar nichts. Auf diese Art schwächen wir den nächsten Wirtschaftszweig und frisches Obst, das wir für die Gesundheit brauchen könnten, insbesondere Erdbeeren haben viel Vitamin C und auch Spargel ist sehr gesund, kann nur noch in deutlich geringeren Mengen produziert werden. Schlau ist definitiv anders. Immerhin das scheint nun auch oben angekommen zu sein, weil es jetzt eine beschränkte Einreiseerlaubnis für Erntehelfer gibt, warum denn nicht gleich so und ohne Beschränkung.

Vielen Unternehmern steht das Wasser bis zum Hals, unzählige Kleinunternehmen werden ihren Laden nicht mehr öffnen. Schon jetzt kippt ein Unternehmen nach dem anderen und eine extrem steigende Arbeitslosigkeit wird die Folge sein. Die Folgen von Arbeitslosigkeit sind allseits bekannt, wer keine Arbeit hat, dem geht es nicht gut, sondern auf Dauer schlecht, psychisch und körperlich. Auch Vermieter sind betroffen, weil die Politik mal so eben beschlossen hat, dass keiner wegen Corona seine Wohnung verliert und daher viele die Mietzahlungen einstellen. Wovon sollen bitte die Vermieter ihre Kosten bezahlen? Wovon sollen sie leben?

Der Staat verteilt Milliarden mit der groben Kelle, zahlen müssen es später die Bürger, von denen viele aber keine Arbeitsplätze mehr haben werden. Politiker fordern solidarische Beiträge von Sportlern und Reichen, haben bislang aber selbst noch auf keinen einzigen Cent verzichtet, geschweige denn eine Haftungserklärung für die von ihnen beschlossenen Maßnahmen abgegeben. Solidarität sowie die Übernahme von Verantwortung scheinen an andere gerichtete Erwartungshaltungen zu sein, mit denen man selbst nichts zu tun hat.

Die häusliche Gewalt hat schon jetzt signifikant zugenommen. Die von der Politik ergriffenen Maßnahmen ziehen Todesfälle aus unterschiedlichen Gründen nach sich, die werden nur niemals gezählt werden. Auch und gerade die Kinder, die wegen der Schulschließungen jetzt in der Regel 24 Stunden zu Hause sind, sind nicht mehr vor sexuellen Übergriffen geschützt.

In Krisensituationen hätte man einen Krisenstab aus krisenerprobten Top-Managern bilden sollen. Ein Lenkungskreis aus Führungspersönlichkeiten, die in ihren Unternehmen ökonomische, ökologische, soziale und weitere Aspekte gut miteinander in Einklang bringen, die werteorientiert handeln und ausgewiesene Erfahrungen im Krisenmanagement besitzen. Ihnen hätte man das Heft in die Hand geben sollen, keinesfalls Politikern unter überwiegender Beratung durch Virologen und Epidemiologen – die haben nämlich allesamt vom Krisenmanagement keinen Schimmer!

Jeder Top-Manager weiß, dass er sich bei Entscheidungen nicht nur auf einen Fachbereich verlassen sollte, weil dies zu Fehlentscheidungen führt. Wichtige Entscheidungen erfordern eine ganzheitliche Sichtweise.

Ich prognostiziere, dass die wirtschaftlichen Folgen der bisher getroffenen Entscheidungen einen höheren negativen Einfluss auf die Gesundheit (!!!) der Menschen in Deutschland haben werden, als das Coronavirus. Das ist jedoch ein Aspekt, den beratene Epidemiologen und Virologen nicht auf dem Schirm haben, das ist nämlich nicht ihr Fachgebiet, daher sind solche und weitere Aspekte bei der Entscheidungsfindung von unseren Politikern nicht oder zu wenig berücksichtigt worden.

Ich könnte mich noch seitenweise aufregen, aber zum Glück ist der Großteil der Weltbevölkerung coronafrei. Vielleicht denken wir alle vor den nächsten Wahlen einmal darüber nach, ob wir unser Top-Management nicht doch besser abwählen, ob rechts, wohin zunehmend mehr tendieren, vielleicht die falsche Abbiegespur ist und wir unter Umständen stärker in eine andere Richtung lenken sollten.

So, das musste alles mal raus.

Von: Jürgen Fischer -