Volksverdummung Werte

Ein Montag in Dresden

Written by Jürgen Fischer. Posted in Volksverdummung, Werte

Ich bin öfter beruflich in Dresden. Immer wieder konnte ich Aufmärsche von schreienden Rechten beobachten, deren rechter Arm ab und an zuckte, was die Schwere der nationalsozialistischen Krankheit unterstreicht. Am letzten Montag war ich wieder in Dresden, es war sehr schönes Wetter und da habe ich mir das Spiel vor der Frauenkirche einmal näher angeschaut. Offen gestanden, bin ich weiterhin etwas fassungslos, weil mir die Dimensionen des Irrsinns bislang nicht so bewusst waren.

Unmittelbar vor der Frauenkirche stand ein Wagen mit Bühne, die Pegida bezog Stellung. Mit und mit rückten Fahnenträger an, der Platz füllte sich. Auf der gegenüberliegenden Seite versammelten sich immer mehr Antifaschisten und liberal denkende Menschen und ein paar Musiker machten echt gute Mucke. Dazwischen stand die Polizei und hielt einen Sicherheitsstreifen frei. Das schien mir alles sehr routiniert, wohl auch weil es Woche für Woche gleich abläuft. Auf der einen Seite standen also Verwirrte und Verirrte, auf der anderen Seite die Liberalen, die unsere freiheitliche Grundordnung wertschätzen.

Pünktlich zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der Redner der Pegida das wartende deutsche Volk mit „Liebe Demokraten“, was bei zahlreichen Zaungästen, die einfach nur das schöne Dresden besuchten, zu verstörten Reaktionen und Kopfschütteln führte. Schließlich standen wir nicht nur wegen der guten Musik, sondern auch wegen unserer freiheitlichen und demokratischen Gesinnung fernab der Pegida. Wir wähnten uns bei den Demokraten. Aber unsere Verstörung wuchs weiter.

Denn seit Montag weiß ich, dass ich in NRW in einem Kalifat wohne, so hat der Lautschreier von der Pegida NRW bezeichnet. Der hat auch bekundet, dass er ausländische Freunde hätte, natürlich sind seine Freunde, allesamt gut integriert. Das Erzgebirge wäre schließlich seit jeher ein Zuwanderungsgebiet und Ausländer immer willkommen gewesen. Seine ausländischen Freunde wären aber auch gegen die ganzen aktuellen Einwanderer, die sich nicht integrieren und von denen viele im Kalifat NRW leben.

Völlig schockiert war ich, dass diese Typen sich sodann auch noch liberalistischer Grundgedanken bedienen. So prangern sie an, dass wegen gerade einmal 6 neuer Coronafälle an diesem Tag in ganz Sachsen, die gesamte sächsische Bevölkerung Zwangsmaßnahmen erdulden müsste. Das wäre gegen freiheitliche Prinzipien. Zudem bemängelte der Redner die aktuellen Maßnahmen der EU, bei denen Geld an andere Staaten ohne Gegenleistung und Auflagen verschenkt würde, das wäre sozialistisch.

Da stehst Du dann auf der anderen Seite und denkst Dir, dass klingt nicht nur wie die „Freie Demokraten“, das könnte genauso im Wahlprogramm der FDP stehen, nur leider hört man von denen gerade nichts. In meiner Verwirrung habe ich mir das „Programm“ der Pegida auf deren Website angesehen, was ich hier nicht einmal ausschnittsweise zitieren will, weil es völlig deppert ist. Die Partei vertritt die Kleinstaaterei und eventuell wäre es für Deutschland eine gute Lösung, den wenigen Anhängern dieser Gesinnung ein Areal von ein paar Quadratmetern zur Verfügung zu stellen, in dem sie dann gemeinsam leben und dort ihre Gesinnung ausleben können. Es wäre ein schönes Experiment, wobei es selbstverständlich an der Grenze zu Deutschland entsprechend dem Programm der Pegida Grenzkontrollen geben sollte. Die Einreise nach Deutschland sollte selbstverständlich nicht jedem gewährt werden. Innerhalb ihres Terrains könnten sie dann experimentell all ihre Ideen umsetzen, in Inzucht leben und weiter das Endziel der totalen Verdummung anstreben.

Von: Jürgen Fischer -