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Ein Statistikgehirn denkt über Corona nach!

Written by Jürgen Fischer. Posted in Gesundheit, Krankheiten, Seuchen, Weltuntergang

Heute, am 16.03.2020, lese ich auf gmx.net Folgendes: „Deutschland braucht eine Vollbremsung, einen Lockdown, mindestens so, wie ihn Italien jetzt hat“. Das fordert Stephan Ortner, Direktor des Forschungsinstituts Eurac Research in Bozen/Südtirol.

In demselben Artikel steht, dass „Statistiker und Mathematiker für Italien von einer Dunkelziffer bei Infizierten von mindestens Faktor zehn“ ausgehen würden. Und weiter geht’s wie folgt: „Da Italien am Sonntag fast 25.000 registrierte Infizierte gemeldet hat, bedeute das mindestens 250.000 Menschen, die das Virus in sich tragen.“ Ab da können wir wieder selbst mit dem Rechnen beginnen. In Italien gab es bisher circa 1.800 Tote, was natürlich 1.800 Tote zu viel sind. Allerdings führen Krankheiten seit jeher und leider auch weiterhin zu Todesfällen. Bezogen auf die laut Hochrechnung 250.000 Infizierten resultiert eine Sterberate von 0,7 Prozent. D.h., bei 1.000 Infizierten gibt es im Durchschnitt 7 Todesfälle.

Ebenfalls am 16.03.2020 stehen auf den Seiten des Robert Koch Instituts für Deutschland 4.838 Fälle und 12 Tote. Die Letalität in Deutschland ist, wenn man die Zahlen des Instituts als Grundlage für die Berechnung heranzieht, seit mehreren Wochen relativ konstant und liegt bei 0,2 bis 0,3 Prozent; also 2 bis 3 Tote auf 1.000 Infizierte.

Sind Sie also bitte weiterhin beim Überqueren der Straße vorsichtig, denn der Straßenverkehr ist sowohl in Italien als auch in Deutschland definitiv gefährlicher als das Coronavirus!

Von den 4.838 Infizierten in Deutschland müsste in etwa die Hälfte schon wieder genesen sein. Die Anzahl der Menschen, die somit das Virus nicht mehr übertragen können und die gleichzeitig nach dem aktuellen Stand der Kenntnis auch selbst nicht mehr infiziert werden können, steigt erfreulicherweise schnell an. Das ist gut, auch wenn es keiner hören will und kaum einer kommuniziert.

In Italien ist die Durchdringung weiter fortgeschritten und weitaus mehr Menschen sind bereits resistent.

Der erste Corona-Fall in Deutschland war übrigens im Januar bekannt geworden; jetzt ist es Mitte März. Von Januar bis heute ist die Anzahl der statistisch erfassten Infizierten also um knapp 5.000 gestiegen. Wie schnell sich so manche Grippe verbreitet, das kann jeder einmal selbst recherchieren. Aber Grippe und Corona kann man nach Auffassung vieler Zeitgenossen natürlich nicht miteinander vergleichen. Vermutlich, weil bei Grippe keine Grenzen dicht gemacht werden und die Kids weiter zur Schule müssen bzw. dürfen. Dabei kann man alles miteinander vergleichen. Etwas gewissenhaft miteinander zu vergleichen, führt zu Erkenntnissen, davon sind die Nichtvergleicher aber befreit.

Stattdessen geistert die flattencurve-Theorie umher, bei der angeblich durch die aktuellen Maßnahmen eine Verlangsamung der Ausbreitung erreicht werden kann. Dieser Effekt hat sich bisher leider nur noch nicht eingestellt, falls das noch keinem aufgefallen sein sollte. Der Nachweis für diese Theorie konnte somit noch nicht erbracht werden. Aber alle glauben fest dran und daher darf man das natürlich auch nicht hinterfragen.

Durch die vermeintliche Verlangsamung der Ausbreitung könne angeblich eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindert werden, so ein weiterer Teil der Theorie. Die Überlastung des Gesundheitssystems ist allerdings nur dann zu erwarten, wenn das Gesundheitssystem sich nicht mit geeigneten Maßnahmen auf die aktuelle Situation einstellt. Überlastet sind aktuell Nudelproduzenten und Klopapierhersteller.

Angeblich soll durch die verlangsamte Ausbreitung auch die Anzahl schwerwiegender Fälle reduziert werden, weil man die Auffassung vertritt, es gäbe dann einen Impfstoff. Dieser Ansatz hat schon einmal nicht funktioniert und die Wahrscheinlichkeit, dass es wiederum nicht funktioniert, ist ausgesprochen hoch, was im Wesentlichen an den Entwicklungszeiten liegt.

Insofern gibt es für all diese theoretischen Ansätze nach meinem Kenntnisstand keinerlei empirische Belege. Ganz im Gegenteil erscheinen einige Annahmen nicht haltbar. Nachweise und Belege wären aber notwendig, um eine Bewertung überhaupt vornehmen zu können.

Bei großer Unsicherheit muss man sich mit Wahrscheinlichkeiten behelfen, die man auf Grundlage von Beobachtungen und Erfahrungen aus der Vergangenheit ableiten kann. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es in absehbarer Zeit keinen Impfstoff geben wird. Es ist einhundertprozentig sicher, dass mit zunehmender Ausbreitung der Immunisierungsgrad in der Bevölkerung steigt. Italien ist uns diesbezüglich voraus. Es ist sicher, dass die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen, d.h. insbesondere alte und vorbelastete Menschen, an bestimmten Orten häufiger anzutreffen sind. Dort sollte man ansetzen. Es scheint relativ sicher, dass für junge und mittelalte gesunde Menschen nur sehr geringe Gefahren bestehen. Sie müssen nicht geschützt werden. Sie sollten in Hygienemaßnahmen geschult und trainiert werden und sich von den besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen fernhalten. Es ist sicher, dass zu viele Menschen grundlos in Krankenhäuser rennen. Für dieses Problem gilt es, Lösungen zu finden. Es handelt sich aber sicherlich nicht um ein Problem, das man an Landesgrenzen oder durch Schulschließungen löst. Hamsterkäufe an Landesgrenzen löst man in einem freiheitlichen Rechtsstaat auch nicht durch eine Schließung der Grenzen, außer vielleicht in Bayern.

An der Supermarktkasse treffen wir uns alle weiterhin, wir tippen unsere Geheimzahlen auf denselben Tastaturen ein, wir packen dieselben Stifte zum Unterschreiben von Belegen an, wir halten uns in öffentlichen Verkehrsmitteln an denselben Stangen fest, wir fassen dieselben Einkaufswagen an, Türklinken tauschen wir auch nicht aus, bei schönem Wetter treffen wir uns mit unseren Kindern im Tierpark, zurzeit regeln viele Eltern die Kinderbetreuung gemeinsam, mal sind die Kids da und mal dort …

All das passiert, während das Virus an den Landesgrenzen endlich zum Stehen kommt.

Von: Jürgen Fischer -