Statistikkritik

Übersterblichkeit im Jahr 2020 – richtig oder falsch?

Written by Jürgen Fischer. Posted in Statistikkritik

2016 – 910.899

2017 – 932.263

2018 – 954.874

2019 – 939.520

2020 – 982.489

Das ist die Statistik des statistischen Bundesamts zur Entwicklung der Sterbefälle in Deutschland, die sich jeder auch als Exceltabelle herunterladen kann (siehe hier).

Was fällt an dieser Datenreihe auf? Das Absinken der Sterbefälle im Jahr 2019 ist auffällig, weil aufgrund unserer überalterten Bevölkerung eine Steigerung der Sterbefälle eigentlich „normal“ gewesen wäre. Wenn man sich die Zeitreihe ansieht, wie wahrscheinlich ist es Ihrer Ansicht nach, dass es nach dem Absinken im Jahr 2019 im Folgejahr zu einem Anstieg kommen würde?

Und siehe da, Sie haben das Rätsel selbst gelöst! Die Wahrscheinlichkeit war hoch und dann kam es auch genauso. Corona hat damit ziemlich wenig zu tun, es ist der natürliche Lauf der Dinge in einer überalterten Bevölkerung.

Im Durchschnitt über die Jahre 2016 bis 2020 ist die Anzahl der Sterbefälle jährlich um gerundete 2 Prozent (es sind exakt 1,934077151469 Prozent) angestiegen. Wenn man die Ausgangszahl im Jahr 2016, also 910.899, mit dem durchschnittlichen Anstieg pro Jahr bis ins Jahr 2020 hochrechnet, landet man bei 983.440 Sterbefällen, was ziemlich genau mit den realen Sterbefällen im Jahr 2020 übereinstimmt.

Oder mit anderen Worten: Ein Einfluss von Corona ist nicht oder allenfalls in extrem geringem Ausmaß feststellbar.

Die vom Spiegel haben das verstanden, die schreiben am 29.01.2021: „Keine deutliche Übersterblichkeit in Deutschland“ (siehe hier).

Die Süddeutsche wählt ein martialisches Bild eines brennenden Sargs und titelt: „Zu viele Tote“. Darunter steht: „Die Corona-Pandemie hat 2020 zu einer Übersterblichkeit in Deutschland geführt.“ (siehe hier).

Man darf annehmen, dass die von der Süddeutschen das natürlich auch verstanden haben. Sie verfolgen offenkundig andere Ziele.

Wir orientieren uns weiterhin an den Fakten.

Von: Jürgen Fischer -