Denkfehler Statistikkritik Volksverdummung

Coronazahlen durch veränderte Teststrategie erhöht?!

Written by Jürgen Fischer. Posted in Denkfehler, Statistikkritik, Volksverdummung

In der Tagesschau um 20 Uhr am 02.10.2020 wurde die zeitliche Entwicklung des Durchschnittsalters der Coronainfizierten gezeigt (siehe Mediathek der ARD). Demnach ist das Durchschnittsalter von KW 15 bis KW 35 von 52 Jahren auf 32 Jahre gesunken, aktuell läge es bei 37 Jahren.

Wodurch sind diese Unterschiede zu erklären? Wir können sicherlich ausschließen, dass sich das Coronavirus zu Beginn ausschließlich ältere Menschen ausgesucht hat und an den Jüngeren vorbeigehüpft ist. Eigentlich bleibt nur ein schlüssiger Erklärungsansatz: Zu Beginn der Pandemie wurden in Deutschland gezielt nur ältere Menschen getestet, in den letzten Wochen wird breiter und damit repräsentativer getestet.

In dem Bericht in der Tagesschau wurde zusätzlich darauf hingewiesen, dass jüngere Menschen in der Regel mobiler wären. Es kommt bei jüngeren Altersgruppen mehr zum Austausch untereinander. Die Verbreitung des Virus sollte somit bei jüngeren Menschen weitaus höher als bei älteren Menschen sein.

Das bedeutet wiederum, dass die „wahren“ Coronazahlen im Frühjahr deutlich höher waren, als dies aus den Teststatistiken hervorging. Die damalige Teststrategie erbrachte keine repräsentativen Ergebnisse für die deutsche Bevölkerung. Die mit hoher Wahrscheinlichkeit weitaus stärker betroffenen jüngeren Altersgruppen waren in der Teststatistik extrem unterrepräsentiert.

Offenkundig muss irgendwer die bewusste Entscheidung getroffen haben, die Teststrategie rechtzeitig vor dem Herbst zu ändern. Schließlich brauchen wir endlich diese 2. Welle. Die Änderung der Teststrategie war offensichtlich erfolgreich, denn die Fallzahlen sind in den letzten Wochen gestiegen.

In KW 16 wurden übrigens ca. 330.000 Tests durchgeführt, in KW 39 waren es knapp 1,2 Millionen Tests. Der Anstieg der Tests sowie die veränderte Teststrategie mit einer deutlichen Verjüngung der getesteten Personen führen selbstverständlich zu einem starken Anstieg der identifizierten COVID-19-Fälle.

Obwohl unsere Regierungsvertreter solche Zahlen natürlich kennen, da sie selbstverständlich von den absolut besten und schlausten Beratern unterstützt werden, vergleichen sie, wie unsere Angela Merkel das erst vor wenigen Tagen gemacht hat, absolute Zahlen aus dem Frühjahr mit aktuellen absoluten Zahlen und leiten daraus eine künftige Entwicklung ab. Auch die seitens der Regierung erneut beschlossenen freiheitsbeschränkenden Maßnahmen, mit denen weiterhin erheblich in unsere Grundrechte eingegriffen wird, werden mit diesen Zahlenspielen begründet.

Aber derzeit ist alles möglich. Fahrt doch mal im Bus oder Zug ohne Maske und wenn ihr kontrolliert werdet, sagt ihr denen ganz einfach, sie würden falsch gucken, ihr hättet eine Maske auf, die wäre halt nur unsichtbar. Im späteren Gerichtsverfahren, was euch sodann droht, wenn ihr das Bußgeld nicht bezahlt, sagt ihr, dass ihr euch an nichts erinnern könnt, auch wenn drei Zeugen euch ohne Maske gesehen haben. Der Andy Scheuer kommt damit bei ganz anderen Verstößen durch, dann sollte das bei so lächerlichen Bagatellsachen wie dem Nichttragen von Masken doch sicher auch funktionieren. Oder ist das, was der Andy gemacht hat, die Bagatelle? Verdrehte Welt.

Von: Jürgen Fischer -