Statistikkritik Werte

Corona und ein paar Zahlen

Written by Jürgen Fischer. Posted in Statistikkritik, Werte

Ein Jahr Corona-Pandemie liegt hinter uns. Es gibt 7,7 Milliarden Menschen auf der Erde, circa 58 Millionen Menschen starben/sterben weltweit im Jahr 2020. 1,75 Millionen Menschen sind weltweit an oder mit dem Corona-Virus verstorben, wobei der Großteil mit und nicht an dem Virus gestorben ist. Wie hoch der reale Anteil der Menschen ist, die an Covid-19 gestorben sind, ist unbekannt. Das Risiko in 2020 an oder mit Corona zu versterben, lag somit weltweit und im Durchschnitt bei maximal 0,02 Prozent, wobei es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit noch weitaus geringer war.

In Deutschland sind im Jahr 2020 knapp 30.000 Menschen an oder mit dem Corona-Virus verstorben. Pro Tag versterben in Deutschland circa 2.600 Menschen bei insgesamt circa 83 Millionen Einwohnern.

Das Risiko an den Folgen des Coronavirus zu versterben, ist allerdings in Abhängigkeit von Alter und Aufenthaltsort sehr unterschiedlich. Die maximal 0,02 Prozent betreffen zu knapp 90 Prozent ältere Menschen jenseits der 70 Jahre und überwiegend sogar jenseits der 80 Jahre. In Deutschland sind insbesondere Menschen in Alten- und Pflegeheimen betroffen.

Auch in Krankenhäusern ist die Gefahr offensichtlich ziemlich groß. Studienergebnisse zeigen, dass „auf Intensivstationen …  über 25 Prozent der Proben (Anm. des Verfassers: mit Corona-Viren) kontaminiert“ waren. „Der höchste Prozentsatz positiver Proben stammte von öffentlich zugänglichen Fluren (56 Prozent)“, zitiert aus ntv-online, siehe hier.

Diese Schwerpunkte sind seit dem Beginn der Pandemie Anfang dieses Jahres bekannt. Das Handeln hat sich daran aber nicht orientiert. Immerhin fängt man nun beim Impfen an der richtigen Stelle an. Angesichts solcher Zahlen sollte man jedoch ausschließlich ältere Bevölkerungsgruppen sowie medizinisches und pflegerisches Personal impfen und die Virenlasten in Alten-/Pflegeheimen und Krankenhäusern reduzieren.

Zudem wird es Zeit, dass die von allen Seiten immer wieder geforderte „Solidarität“ endlich einmal hinterfragt und diskutiert wird und wir eine Wertediskussion führen. Bei genauerer Betrachtung sind die lautesten Solidartätsschreihälse nämlich die größten Egoisten. Sie interessieren sich einen feuchten Kehricht für andere, man fängt bei sich an. Gleichzeitig fordern sie von anderen, man müsse Rücksicht nehmen, sich an idiotische Maßnahmen halten. Es ginge schließlich um Leben und Tod. Dabei findet der Tod woanders statt.

Knapp 1,7 Millionen Menschen werden dieses Jahr an Aids/HIV gestorben sein (Quelle: Worldometer). Circa 1,3 Millionen Verkehrstote wird es weltweit in 2020 geben. Der Verkehr läuft weiter, so dass es auch in den kommenden Jahren so viel oder gar noch mehr Verkehrstote geben wird. Über 8 Millionen Menschen versterben jährlich weltweit an Krebs. Laut Unesco haben „2,1 Milliarden Menschen … keinen Zugang zu sauberem und durchgängig verfügbarem Trinkwasser“ (siehe hier). Unter der Überschrift „UN: Weltweit Millionen Tote durch verunreinigtes Wasser“, berichtete die Pharmazeutische Zeitung schon im Jahr 2016 „Weltweit sterben UN-Daten zufolge jährlich rund 3,4 Millionen Menschen an den Folgen von Krankheiten, die über verunreinigtes Wasser übertragen werden.“ (siehe hier). Die Todesfälle durch den Klimawandel steigen von Jahr zu Jahr weiter an (siehe bspw. hier).

Und bei uns werden Menschen angeschrien, wenn sie in einer leeren Fußgängerzone keine Maske anhaben und einige werden nachts auf dem Nachhauseweg auf leeren Straßen zur Kasse gebeten, wobei die Geldstrafen teilweise höher sind als beispielsweise für das Versperren der Rettungsgasse.

Was ist uns wie wichtig?

Von: Jürgen Fischer -