Irrsinn

Grüße aus Teneriffa

Written by Jürgen Fischer. Posted in Irrsinn

Aus der Ferne betrachtet wirkt das, was man aus Deutschland hört, wie Nachrichten aus Absurdistan. Meinen Artikel hatte ich am Dienstag, 23.03.2021, fertiggestellt und heute meint Angie, sie hätte sich vertan und rudert zurück.

Aber von vorne: Am 23.03.2021 lautete die Botschaft, Gründonnerstag wird dicht gemacht, angeblich wegen einer dritten Welle. Tatsache ist, dass so viel getestet wurde, wie noch nie zuvor. Tatsache ist auch, dass im Vergleich zum exponentiellen Anstieg der Testungen die Fallzahlen kaum ansteigen. Aber angeblich, so die Aussagen der „Fachleute“ sowie unserer politischen Eliten, gibt es keinen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Testzahlen und der hiermit evozierten dritten Welle, die allenfalls mit einer Welle in der Ostsee bei Windstärke 1 zu vergleichen ist. Die behaupten konsequent, es gäbe KEINEN Zusammenhang. Die Aussage, dass die Erhöhung der Anzahl der Tests nichts mit dem Ansteigen der Fallzahlen zu tun hat, ist faktisch falsch! Und das bedarf nun wirklich keines wissenschaftlichen Nachweises, es reicht, kurz darüber nachzudenken und wem es sich dann nicht erschließt, dem mangelt es an anderer Stelle. Klingt vielleicht arrogant, entspricht aber den Fakten.

Ebenfalls liest man in der deutschen Presse, dass die Anzahl der positiven Tests steigt, was als ein eindeutiger Hinweis für die dritte Welle interpretiert wird. Sorry, aber wie dämlich sind bitte die Menschen, die auf solche Aussagen reinfallen. Wenn ich die Anzahl an Schnelltests um ein X-faches erhöhe, dann finde ich mehr Infizierte. Die Schnelltests fließen aber in keine Statistik ein. Wer einen positiven Schnelltest hatte, muss anschließend einen PCR-Test durchführen, der sodann positiv ausfällt. Und schon steigt die Anzahl der positiven PCR-Tests an.

Das ist bei Schwangerschaftstests ähnlich. Bevor Frau zur Frauenärztin geht, die auch ein Arzt sein kann, hat sie zu Hause bereits einen oder gar mehrere Tests durchgeführt. Und dann ist der Test beim Frauenarzt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch positiv. Die vielen Frauen, bei denen der Test zuhause negativ ausgefallen ist, gehen nicht zur Frauenärztin und diese Tests fließen in keine Statistik mit ein.

Der Effekt einer höheren Positivquote resultiert im Wesentlichen aus einem Anstieg der Schnelltests. Wer denken kann, ist klar im Vorteil, aber in Deutschland, so sieht das aus der Ferne zumindest aus, gibt es schon seit Jahren ein Bildungsproblem.

Losgelöst davon wird dieses Virus nicht verschwinden und man hätte seit langen einen Weg finden müssen, um MIT dem Virus zu leben. Die Durchseuchung der Kinder und Jugendlichen, die offenbar durch neue Virusvarianten nun gefährdet sind, hätte lange vollzogen sein können. Aber soweit haben unsere unfähigen Entscheider nicht nach vorne geschaut. Dabei war von Beginn an klar, dass wir die Widerstandsfähigkeit in der Bevölkerung nur mittels Durchseuchung werden erhöhen können.

Gründonnerstag dicht zu machen, für eine solche Entscheidung muss Montagnacht echt sehr viel Alkohol im Spiel gewesen sein. Am Samstag vor Osten sind seit jeher die Supermärkte völlig überfüllt. Dies verschärft man nun und konzentriert den Einkauf auf den Mittwochabend und den Samstagvormittag. Dabei sind Supermärkte vermutlich die zentralen Hot Spots, weil sonst Menschen gar nicht mehr aufeinander treffen.

Immerhin scheint unsere Kanzlerin nun ausgenüchtert auch auf den Trichter gekommen zu sein. Sie nimmt nur einen Tag später alles wieder zurück und auf ihre Kappe. Die Bananen wachsen hier auf Teneriffa beinahe überall, die Bananenrepublik liegt trotzdem woanders.

Unsere Regierungsvertreter, die eigentlich die Reisefreiheit genauso wie viele andere Freiheiten verteidigen müssen, denn genau dies haben sie per Eid geschworen, fordern die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, nicht mehr zu reisen. Derartige Aufforderungen sind nicht nur nach meiner Auffassung, sondern auch nach Ansicht von Juristen  verfassungswidrig und müssen endlich bestraft werden.

Aber anstatt zur Besinnung zu kommen und die in unserer Verfassung verankerten Freiheitsrechte zu vertreten, lässt die Bundesregierung jetzt sogar prüfen, ob sie das Reisen verbieten kann. Ihr seid definitiv keine Volksvertreter und ihr könnt mich mal. Ich lasse mir das Reisen von euch nicht verbieten, sondern besorge mir nun Postkarten, die ich mit besten Grüßen an die Bundesregierung schicken werde. Adressiert an den dämlichsten Regierungsvertreter, MinisterpräsidentInnen ausdrücklich eingeschlossen, die Karte wird vermutlich einmal durchgereicht, weil man sich nicht entscheiden kann, wer vorne liegt.

Das gesamte Gehabe der politischen Entscheider ist verfassungswidrig. Angela Merkel, ihre MinisterInnen und die MinisterpräsidentInnen maßen sich an, sich über die Freiheit des Individuums stellen zu dürfen, angeblich weil sie die Menschen schützen wollen. Damit unterstellen sie, dass sie den Schutz der Gesundheit, um die es angeblich geht, besser als das Individuum realisieren können. Sie überhöhen sich in verfassungswidriger Art und Weise.

Durch Rauchen sterben seit Jahrzehnten Menschen, alleine in Deutschland waren es 120.000 im Jahr 2019, wie die Tagesschau im Juli 2019 berichtete (siehe hier). Der Nutzen der Corona-Maßnahmen, sofern es überhaupt einen Nutzen gibt, denn nachgewiesen ist dieser bis zum heutigen Tage nicht, steht in keinem Verhältnis zum Schaden, der durch Covid-19 verursacht wird, Betrachtet man die weiteren Folgeschäden der Corona-Maßnahmen, insbesondere psychologische und  wirtschaftliche Schäden, muss man die staatlichen Maßnahmen als Irrsinn bezeichnen.

Reisen soll man nicht mehr, wobei ich das allen nur empfehlen kann. Seitdem die Reisewarnungen ausgesprochen werden, also seit Beginn der Pandemie, reist es sich offen gestanden besser als vorher. Man muss ein wenig darauf achten, dass man rechtzeitig vor den Schulferien wieder zurück ist, weil dann nun schon regelmäßig die Maßnahmen verschärft werden. Ansonsten ist aber alles super. Extrem günstige Preise. Man ist nirgends sicherer als im Ausland. Die Hotels sind leer, man sitzt mehr oder weniger alleine im Speisesaal und am Pool, auch am Strand ist kaum ein Mensch. Die Hygienevorschriften werden vorbildlich eingehalten und im Ausland läuft weitaus mehr digital als im Entwicklungsland Deutschland. Beispielsweise kann ich problemlos Online-Meetings durchführen, und zwar ohne ständige Leitungsprobleme.

Jetzt ins Ausland zu reisen, sollte solidarische Pflicht eines jeden Europäers sein. Wir müssen im vereinigten Europa einander helfen und die Touristikbranche in den klassischen Urlaubsländern unterstützen. Wer reist ist also solidarisch und wer von touristischen Reisen abrät, ist unsolidarisch und kein Freund eines vereinten und solidarischen Europas. Falls jemand Zweifel hat, dass ich das ernst meine, so irrt er. Ich meine das sehr ernst. Die Gefahren, die von Reisenden ausgehen, wurden über einen langen Zeitraum untersucht und die Ergebnisse sind eindeutig. Die Gefahrenherde liegen faktisch woanders! Allerdings spielen Fakten seit dem Beginn der Pandemie kaum noch eine Rolle, es geht um Macht und die kann man mit Panikmache steigern. Wer hätte gedacht, dass Herr Lauterbach mal für einen Ministerposten in Frage kommen würde – sein Einsatz lohnt sich, insbesondere für ihn!

Zurück zum Reisen, die Bilder in den sozialen Medien vom angeblich unmöglichen Verhalten in Flugzeugen täuschen übrigens. Da ich Wiederholungstäter bin und im letzten halben Jahr nun schon zweimal auf den Kanaren und in Portugal war, kann ich das sehr gut beurteilen. Es geht im Flugzeug äußerst gesittet zu und der ohnehin getestete Sitznachbar wendet sich einem in der Regel nicht einmal zu. Aber solche Bilder passen nicht zur Panikmache, die durch unsere Presse mit geschürt wird.

In NRW wird der erforderliche Test bei der Rückreise nun auch vom Jens bezahlt, das finde ich klasse von ihm, wobei ich das schlussendlich über die von mir gezahlten Steuern selbst bezahlt habe. Immerhin hat er das auf die Kette bekommen, das ist allerdings das einzige Positive, was mir zu diesem Menschen einfällt. Der ganze Rest ist schier unfassbar, aber Scheuer ist auch noch im Amt – völlige Unfähigkeit scheint eine Basisanforderung für einen politischen Posten zu sein.

Aus der Ferne betrachtet ist es krass, was der Deutsche so alles stillschweigend mitmacht. Die politischen Entscheider und ihr Expertennetzwerk ziehen wieder dieselbe Nummer wie im letzten Frühjahr durch. Durch ein exponentiell ansteigendes Testaufkommen bringt man die Fallzahlen nach oben und schon ist sie da, die dritte Welle. Weil sie aber noch nicht stark genug ist, sollen nun die Unternehmen auch noch mit testen. Es gibt sogar erste Stimmen, die Unternehmen zum Testen zwingen wollen, wobei der Staat das über ein Jahr lang selbst nicht auf die Reihe bekommen hat. Aber die Fallzahlen müssen dringend nach oben, damit die Bürger nachvollziehen können, dass der Staat und seine Vertreter richtig gehandelt haben

Es bleibt dabei, dass das Staatsversagen unzählige Menschenleben gekostet hat, weil die alten Menschen in Alten- und Pflegeheimen nicht konsequent geschützt wurden, knapp 50 Prozent der Covid-19-Sterbefälle entfallen auf diese Gruppe.

Die politischen Eliten in ihrem Machtwahn entziehen der Bevölkerung immer weiter ihre Eigenverantwortung. Das ist verfassungswidrig, fördert die Degeneration und muss beendet werden.

Wie widerwärtig das System mittlerweile ist, offenbart die CDU eindrucksvoll. Anstatt die Einnahmenquellen der Parlamentarier offenzulegen, wird schnell ein Ethik-Papier aufgesetzt, mit dem man sich nur den Hintern abputzen kann, weil es ansonsten keinen weiteren Wert hat. Die CDU unterstreicht mit diesem Papier, dass der wahre Sumpf weitaus größer sein muss. Denn anderenfalls hätte man sich für eine Offenlegung entschieden. Die Partei erbringt also selbst den Beweis, aber es passiert trotzdem nichts.

Dass das Kapital in der Krise der Gewinner ist, ist seit langem bekannt und wurde in der Volkswirtschaftslehre hinreichend erforscht. Wer aus dem Bundestag alles an der Krise verdient, werden wir wohl vollständig nie erfahren. Was die beratenden Fachleute an der Krise verdienen, bleibt ebenso im Verbogenen. Und gleiches gilt für die Mitglieder in den Landesregierungen. Tatsache ist, dass es keinem aus den genannten Kreisen in der Krise finanziell schlechter geht. Also fahren wir weiter im Krisenmodus.

Aber ich guck mir das aus der Ferne bei herrlichem Wetter an und morgen erwartet mich wieder ein sonniger Tag am Atlantik, in dem ich wiederum baden werde. Ein Tag, an dem ich darauf warte, dass sich in Deutschland endlich Widerstand regt und die Menschen sich wehren.

Von: Jürgen Fischer -