Irrsinn

Die Süddeutsche entlarvt Falschaussagen (2)

Written by Jürgen Fischer. Posted in Irrsinn

Ich hatte schon auf den Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 19.05.2020 hingewiesen, der wie folgt eingeleitet wird: „Mit unwahren Behauptungen stellen vermeintliche Experten die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Frage. Wir entlarven die gröbsten Lügen und Missverständnisse.“ (zu finden hier).

Die vermeintlichen Experten der SZ-Wissensredaktion entlarven eine Falschaussage nach der anderen, so auch diese: „Die Zahl der Infektionen nimmt nur zu, weil mehr getestet wird.“

Immerhin konstatieren unsere Presseexperten noch Folgendes: „Es ist richtig, dass man mehr findet, wenn man gründlicher sucht.“ Die danach folgende Argumentation hört sich schlüssig an: Man „muss … die Zahl der Tests mit den gefundenen Fällen ins Verhältnis setzen.“ Der Leser erfährt, dass der „Anteil der positiven Virustests an der Gesamtheit der Tests … im März von Woche zu Woche gestiegen“ ist und sein Maximum „in der ersten Aprilwoche mit 9,0 Prozent“ erreicht hat. Die Zahl der Tests wäre in dem Zeitraum zwar auch erheblich gestiegen aber „ausgerechnet in der Woche mit der höchsten Testzahl war auch der Anteil der positiven Tests am höchsten.“ Es wird sodann die Schlussfolgerung gezogen, dass „der Anteil der positiven Tests sich nicht“ hätte „verändern dürfen“, wenn die Aussage, dass man nur aufgrund der zusätzlichen Tests auch mehr Infizierte finden würde, richtig wäre.

Dieses Fazit wäre richtig, wenn denn immer dieselben Rahmenbedingungen gegolten hätten. Das aber war, wie jeder in der Presse nachlesen konnte und kann, nicht der Fall. Während man anfangs beim Testen noch „herumgestochert“ hat, gab es Anfang April einige Cluster (unter anderem Pflegeheime), die man entdeckt hat. Jedes identifizierte Cluster, und davon gab es einige, trägt zu einer Erhöhung der Trefferquote bei. Zudem war man dem Virus auf der Spur, weil man Infektionsketten nachverfolgt hat. Oder mit anderen Worten: Der Anteil der positiven Virustests erhöht sich im Wesentlichen dadurch, dass man gezielter sucht bzw. testet. Eine Erhöhung der Trefferquote wäre auch dann möglich gewesen, wenn sich in dem betrachteten Zeitraum die Anzahl der absolut infizierten Menschen von 10 Millionen auf 9 Millionen reduziert hätte. Diese klitzekleine Kleinigkeit lassen unsere vermeintlichen Experten aus der SZ-Wissensredaktion einfach einmal weg.

Die Ausführungen der vermeintlichen Experten der SZ-Wissensredaktion klingen überzeugend, allerdings lassen sie wesentliche Aspekte unberücksichtigt und ziehen selbst falsche Rückschlüsse.

Von: Jürgen Fischer -