Gleichstellung

Deutschlands Frauen sind arm dran

Written by Jürgen Fischer. Posted in Gleichstellung

„Kinderland ist abgebrannt“ titelt der Spiegel in seiner Ausgabe 32/2011 auf Seite 18. Wir erfahren, dass Joy Denalane die Bedingungen als Mutter in Baden-Württemberg als schockierend empfindet, völlig unzureichende Betreuungsmöglichkeiten für eine berufstätige Mutter gäbe es dort. Für Gesamtdeutschland wird von einem eklatanten Mangel bei der Kinderbetreuung gesprochen. Die 4.000.000.000 EUR, die Bund und Kommunen bereitstellen, reichen vorne und hinten nicht.

Neben dem Mangel an Betreuung werden die unmöglichen Arbeitgeber an den Pranger gestellt. Die sind beim Spiegel an fast allem schuld. Stellvertretend wird ein Arbeitgeber mit den Worten zitiert, dass die junge Mutter es ja auch bei einem Kinde hätte belassen können. Es gäbe weder flexible Arbeitszeiten, noch moralische Unterstützung für junge Mütter in deutschen Unternehmen. Klare Benachteiligung auch bei Aufstiegsmöglichkeiten sowie der Gehaltsentwicklung. Und die Kollegen haben auch kein Verständnis, sagt Vera, die als Verkäuferin in einem Großmarkt „mehr Respekt erwartet“. Wie immer hat der Spiegel mit Vera, Astrid und Cornelia schöne Beispiele mitten aus dem Leben, alles Frauen, mit denen Frau sich identifizieren kann.

SPD-Frau Nahles macht es allen vor. Bei ihr kümmert sich ihr Mann, ein Kunsthistoriker, in ihrem Heimatort in der Eifel um die Kinder. Der Spiegel weist darauf hin, dass man erst einmal so einen Mann finden muss. Wie die Nahles das wohl geschafft hat?

Tina Ruland, deren Mann als Unternehmensberater arbeitet, will Klage beim Bundesverfassungsgericht wegen des ihrer Ansicht nach zu geringen Elterngeldes einreichen. Natürlich nur wegen ganz armer Kolleginnen.

Spiegelverkehrt meint, dass sich die Problematik mit mehr Geld, mehr Betreuungsmöglichkeiten oder, wie im Spiegelartikel auch noch vorgeschlagen wird, mit einem Gehalt für Mütter nicht regeln lässt. Gut drauf, wie wir sind, schlagen wir vor, die Sache endlich richtig anzugehen. Dazu muss zu allererst das Zielszenario beschrieben werden. Im zweiten Schritt geht es dann darum, wie wir dieses Zielbild gemeinsam realisieren können.

Beginnen wir mit dem Sollzustand: Mütter müssen endlich die Möglichkeit bekommen, ihr Kind unmittelbar nach der Geburt im Kreißsaal abgeben zu können. Insbesondere in den lästigen ersten Monaten sollte rund um die Uhr jemand zur Verfügung stehen, der sich um das Kind kümmert. Gerade in dieser Zeit schreien und kacken die Kleinen ja nur. Für den Abend und das Wochenende müssen zusätzliche Kapazitäten bereitgestellt werden. Heute opfern Frauen ihr Leben für das Kind, das muss sich ändern. Frau will schließlich auch ausgehen dürfen oder ein nettes Wochenende im Wellnesshotel genießen.

Nach den ersten Jahren, wenn es nicht mehr nur um Ernährung, sondern verstärkt um Erziehung geht, muss der Staat endlich seinen Verpflichtungen nachkommen. Die Vermittlung von Werten, Wissen und richtigem Verhalten kann doch heutzutage kein Mensch mehr leisten. Frauen kann Mann das im Zuge der Gleichberechtigung auch nicht auf’s Auge drücken. Wir sehen doch seit Jahren, dass das nicht funktioniert. Nur weil der Staat seinem Auftrag nicht gerecht wird, haben wir es mit der Pisa-Generation zu tun – die Doofen sind da. Im absoluten Idealzustand trägt schlussendlich der Mann die Kinder aus. Arnie hat es vorgemacht, das klappt.

Wie wir das umsetzen? Keine Ahnung, aber ich freu mich drauf. Im tragen dicker Bäuche sind wir jedenfalls heute schon erfahrener als das weibliche Geschlecht. Das packen wir Männer, oder?

Von: Jürgen Fischer -