Freiheit

Das Ende der Freiheit

Written by Jürgen Fischer. Posted in Freiheit

Der freiheitliche Staat ist am Ende, dank sei dem Zentralkomitee der Bundesrepublik Deutschland. Über ein Jahr Pandemie bedeutet ein Jahr Beschneidung freiheitlicher Grundrechte, unzählige Regelungen und noch mehr Verbote, Einschränkungen und Strafenkataloge. Das dumme Volk muss geschützt werden, denn von sich aus ist es nicht dazu in der Lage. Die Menschen müssen diszipliniert und kontrolliert werden.

Und weil das so ist, schreibt uns ein Club aus Ministerpräsidenten und der Bundesregierung vor, was wir dürfen und insbesondere auch, was wir nicht dürfen. 

Aufgabe der Regierung wäre es gewesen, sich darum zu kümmern, dass jeder Mensch sein Leben unter den gegebenen Rahmenbedingungen weiterhin frei gestalten kann. Wie können wir mit dem Virus weiterleben? Wie lassen sich unsere Freiheiten aufrecht erhalten? Das sind die entscheidenden Fragen. Stattdessen geht es den „Volksvertretern“, die man besser „Machterhalter“ nennen sollte, um die bescheuerte Frage, wie wir das Virus besiegen können. Dieses Virus zeigt uns aber den Stinkefinger und ruft und uns ein „fuck you“ zu.

Die Bundes- und Landesregierung(en) haben sich mittlerweile zu einer Art Zentralkomitee zusammengeschlossen oder dahin entwickelt, wie wir das beispielsweise aus China kennen. Man spricht von oben herab über „die Menschen an der Basis“, über „das Volk“ oder „die normalen Leute“, die die Maßnahmen nicht mehr verstehen würden. So heben sich Regierungskreise sprachlich vom Fußvolk ab. Es eröffnet sich einem das Bild herrschender Götter aus der griechischen Mythologie, die im lichterfüllten „Olymp“ im Himmel wohnen und von oben herab über die Untertanen herrschen.

Das Volk wird seit mehr als einem Jahr über Einschränkungen und Verbote geführt. Ruckzuck werden neue Verbote erlassen und Freiheitsrechte werden in Nullkommanichts beschränkt. Das funktioniert einwandfrei, man ist sich schnell einig. Dabei ist es der Bundes- und auch den Landesregierung(en) völlig egal, ob Verfassungsgerichte die beschlossenen Maßnahmen im Anschluss wieder kippen, was mittlerweile unzählige Male geschehen ist.

Die Pandemie ist für viele eine Chance auf das große Geld und Renommee. Ein paar CDU-Bundestagsabgeordnete sind aufgefallen, weil sie an der Pandemie verdient haben. Für schlaue Menschen ist es überhaupt kein Problem, seine Einnahmen so zu verschleiern, dass keiner „die Nase daran kriegt“. Insofern sind nur die nicht so Schlauen aufgefallen. Um das Volk etwas zu beruhigen, musste trotzdem gehandelt werden und ein Ethikpapier wurde schnell aufgesetzt. Damit verschleiert die CDU, dass sie bislang vehement gegen Transparenz über Nebeneinnahmen war. Nun fordern dieselben Politiker Transparenz mit derselben Vehemenz. Man darf sicher sein, dass es keine Transparenz geben wird. Die Entscheidung hierüber wird sicherlich auf einen Termin nach der Wahl verlegt – und dann wieder vergessen.

Wer sein Hirn nicht aufgrund seiner panischen Angst vor Corona komplett ausgeschaltet hat, der weiß, dass finanzielle und persönliche Vorteile der zentrale Grund sind, warum die Krise aufrecht erhalten wird. Viele haben an der Corona-Krise verdient und verdienen auch weiterhin daran. Einige sind in der Gunst der Wähler gestiegen, andere dürfen für gut bezahlte Honorare in den Medien auftreten und für einige davon interessierte sich vorher kein Mensch. Ich persönlich hoffe, dass die Lauterbachs, Drostens und Co. auch bald wieder von der Bildfläche verschwinden. Ich brauche ihre engstirnigen und einseitigen Betrachtungen jedenfalls nicht, zumal sie weitaus öfter falsch als richtig lagen.

Jetzt kommt raus, dass der Jens in der angeblich großen Not im vergangenen Frühjahr doch glatt Freunde und Bekannte um Hilfe gefragt hat, ob sie Masken besorgen könnten. Derselbe Jens hat das Ethikpapier der CDU ebenfalls unterschrieben. Beim Unterschreiben konnte er sich an seine Anrufe bei guten Freunden und Bekannten vermutlich nicht erinnern. Vielleicht war er auch ebenso voll, wie die Runde um Angie und den MinisterpräsidentInnen am Montagmorgen um 3 Uhr, als sie den Gründonnerstag und den Karsamstag zu Ruhetagen erklärt haben. Oder machen die das etwa nüchtern und absichtlich?

Die Sippe ist soweit abgehoben, dass sie schlichtweg nicht mehr weiß, dass ihr Volk vor Ostern Lebensmittel einkauft. Jeder normale Mensch weiß, dass um die Ostertage im Lebensmittelhandel die Hölle los ist. Und diese Situation sollte verschärft werden. Immerhin wurde die Idee nach dem Ausnüchtern wieder verworfen, was jedoch nichts an den mangelnden Fähigkeiten der Entscheider ändert.

Steinmeier und Spahn empfehlen, dass sich die Alten mit AstraZeneca impfen lassen sollen. Und der Seehofer – voll und ganz Horst – meint: „Ich lasse mich nicht bevormunden.“ Da fehlen mir die Worte, Seehofer und der Rest der Regierung bevormunden die gesamte bundesdeutsche Bevölkerung. Und er will sich nicht bevormunden lassen? Beinahe in demselben Atemzug fordert der Horst nun ein bundesweites Corona-Gesetz, um einheitliche Regelungen durchzusetzen, mit denen alle bevormundet werden können (siehe bspw. t-online.de hier).

Ab kommender Woche wird die Testpflicht für Schüler eingeführt. Die Schüler sind nicht so alt wie der Seehofer, die darf man bevormunden. Nur Minister und Regierungsvertreter darf man nicht bevormunden.

Stellvertretend für die bundesweite Bevormundung der gesamten Bevölkerung sei kurz auf die Regeln in Berlin über die Ostertage hingewiesen: In Berlin dürfen „sich Menschen ab Freitag nachts zwischen 21 und 5 Uhr nur noch alleine oder zu zweit aufhalten“. Tagsüber sind „Zusammenkünfte im Freien nur mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt“. Zu Hause darf man sich nur mit bis zu fünf Personen aus maximal zwei Haushalten treffen (siehe beispielsweise tagesspiegel hier). Und Herr Seehofer – voll und ganz Horst – meint: „Ich lasse mich nicht bevormunden.“

Viele Selbständige und Unternehmer dürfen nicht arbeiten. Es gibt Berufsverbote, Existenzen sind bedroht und zwar ausschließlich aufgrund staatlich verordneter Verbote und Einschränkungen. Und Herr Seehofer meint: „Ich lasse mich nicht bevormunden.“

Derselbe Horst meint: „Es gibt die große Sehnsucht in der Bevölkerung nach einheitlichen Regeln. Mein Vorschlag ist deshalb, die einheitlichen Regeln durch ein Bundesgesetz festzulegen“ (siehe t-online.de hier). Der Horst will also bevormunden, nicht nur das Volk, sondern über ein solches Gesetzt auch die Länder und die MinisterpräsidentInnen, aber er selbst, will sich nicht bevormunden lassen.

Ich konstatiere kurz zwischendurch, dass ich mich völlig losgelöst von einer Pandemie nicht bevormunden lasse, da bin ich ganz beim Horst. Ich fahre weiterhin in Urlaub, ich spreche sogar Reiseempfehlungen im Sinne der Solidarität mit den touristischen Regionen in Europa aus, ich übe meinem Beruf weiter aus, meine MitarbeiterInnen haben seit jeher die Möglichkeit zum Homeoffice, sie arbeiten aber freiwillig und lieber im Büro und ich erlaube ihnen das. Eine etwaige Pflicht zum Homeoffice werde ich im Sinne meiner MitarbeiterInnen ignorieren. Ich nehme Präsenztermine wahr und treffe mich mit Kunden persönlich. Selbstverständlich halten wir uns an die Corona-Regeln, soweit sie sinnvoll sind.

Unsinnige Regeln ignoriere ich jedoch. Ich habe niemals auf einem großen Parkplatz vor einem Lebensmittelmarkt eine Maske getragen, ich halte mich nicht an Betretungsverbote mitten im Wald, ich treffe mich mit meinen Kindern völlig losgelöst von der Frage, in wie viel Haushalten wir leben. Ich treffe mich auch mit meinen zwei besten Freunden und wir umarmen uns weiterhin zur Begrüßung. Und wenn es ein nächtliches Ausgangsverbot geben sollte, werde ich nachts joggen oder draußen pinkeln gehen, denn was Hunden erlaubt sein soll, müsste Menschen ebenfalls gestattet sein. Ich lasse mir meine Freiheit nicht nehmen und daran wird sich nichts ändern.

Andersdenkende werden seit über einem Jahr diffamiert. Wer die vielfach irrsinnigen Maßnahmen der Regierung kritisiert, wird zum Corona-Leugner abgestempelt. Regierungsvertreter und Presse setzen sich schon lange nicht mehr kritisch mit anderen Meinungen auseinander. Man braucht nur einen Blick auf die aktuelle Berichterstattung über die Demo in Stuttgart zu werfen. Angeblich waren über 10.000 Irre dort, also Corona-Leugner und Rechts- oder Linksextreme. Die Süddeutsche Zeitung, die ich hier lediglich stellvertretend für nahezu alle Medien zitiere, überschreibt ihren Artikel am 03.04.2021 mit „Pandemie-Leugner feiern Jubiläum“. Was man dann zu lesen bekommt, zeigt sehr eindrucksvoll, wie die Grundeinstellung der Presse gegenüber Menschen mit einer anderen Meinung mittlerweile ist: „Auf dem Cannstatter Wasen hat sich am Samstagnachmittag ein buntes Völkchen versammelt. Frauen mit lila Strähnen und Rastalocken sind auf den Stuttgarter Volksfestplatz gekommen, um gegen die Corona-Politik zu demonstrieren, dunkel gekleidete Männer mit Tattoos am Hals, Rentnerpaare in Funktionsjacken, viele Menschen zwischen 40 und 60.“ (siehe sueddeutsche.de hier). Die Welt schreibt online: „Bierzeltstimmung zwischen „Södolf – und „Diktatur“-Plakaten“. So sieht heute guter Journalismus einer freien Presse aus.

Zeitgleich kippt das Verwaltungsgericht in Osnabrück die nächtliche Ausgangssperre (siehe ndr.de hier). Die vielen Gerichtsurteile, die die Einschränkungen wieder aufgehoben haben, werden seitens der Presse und auch der Regierenden nicht als Hinweis dafür wahrgenommen, dass sie falsch handeln. Das würde Selbstreflexion erfordern, die jedoch nicht stattfindet.

Spahn kündigt gegenüber der „Bild am Sonntag“ Freiheiten für Geimpfte an: „Wer geimpft ist, kann ohne weiteren Test ins Geschäft oder zum Friseur. Zudem müssen nach Einschätzung des RKI vollständig Geimpfte auch nicht mehr in Quarantäne“ (siehe  spiegel.de hier). Dabei gibt es bisher keinerlei Beweise dafür, dass Geimpfte das Virus nicht mehr verbreiten können. Ganz im Gegenteil, es gibt Indikationen, dass Geimpfte weiterhin das Virus verbreiten können, wie ein Fall in Halle deutlich unterstreicht: „Doppelt geimpft, negativer Schnelltest – doch dann zeigt ein PCR-Test eine hohe Viruslast.“ (siehe zdf.de hier). Bei seiner Aussage bezieht sich Spahn auf eine Studie des ihm unterstellten RKI. Selbstverständlich weiß Minister Spahn, dass es nicht ausgeschlossen ist, dass Geimpfte das Virus übertragen können. Trotzdem posaunt er diesen Unsinn heraus. In einem freiheitlich demokratischen Rechtstaat sollten derartige Aussagen zumindest kritisch hinterfragt werden. Bei uns werden seine Aussagen ohne Prüfung von der Presse übernommen. In einem halbwegs gut geführten Unternehmen wären Scheuer, Spahn, Altmeier und Co. lange ihre Führungsposition los.

„Durch die Einsamkeit und die anderen Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen hat die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Leiden 2020 einen Rekordstand erreicht“, steht in der Süddeutschen Zeitung online (siehe hier). Kein Corona, aber bekloppt! Das ist nur ein Ergebnis der Corona-Politik. Es gibt weitere Ergebnisse der Corona-Politik: keinen Job mehr, Existenz verloren, mangelnde Bildung, Degeneration, geringere Widerstandsfähigkeit der gesamten Bevölkerung und natürlich neue Rekorde beim Kapital, der Dax ist auf über 15.000 Punkte gestiegen. Es läuft!

Der Niedergang der Freiheit wird durch das Schweigen der Bevölkerung unterstützt. Die Deutschen sind historisch für ihr Schweigen bekannt. Angeblich fordern viele Deutsche noch strengere Maßnahmen, um die Pandemie endlich in den Griff zu bekommen. Angela Merkel fördert dieses Denken, indem sie in ihrer Osteransprache Folgendes sagt: „Wir werden das Virus gemeinsam besiegen“ (siehe tagesschau.de hier).

Ein Virus lässt sich nicht besiegen, es wird genauso wie Grippeviren bleiben. Das weiß Frau Merkel, aber sie braucht Rückhalt für ihre Maßnahmen und da ist jedes Mittel recht.

Angeblich befürwortet eine Mehrheit der Deutschen sogar Ausgangsbeschränkungen, steht in der Welt online am 02.04.2021 (siehe hier). Das soll in einer Online-Umfrage der YouGove GmbH herausgekommen sein (siehe ebenfalls hier), wobei die Ergebnisse repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren sein sollen. Die Frage ist, was die Ergebnisse repräsentieren sollen. Vermutlich deckt sich die Altersverteilung in der befragten Stichprobe mit der Altersverteilung in Gesamtdeutschland und vermutlich gibt es noch ein paar weitere Kriterien, die zwischen Stichprobe und Grundgesamtheit übereinstimmen. Allerdings darf bezweifelt werden, dass die Befragungsergebnisse für die Meinung in der deutschen Bevölkerung repräsentativ sind. Gerade Kritiker der Corona-Maßnahmen werden nämlich nicht an solchen Studien teilnehmen. Ebenfalls fehlen diejenigen, die ihre Daten nicht preisgeben wollen.

Ich jedenfalls kenne keinen einzigen Menschen, der weitere Ausgangsbeschränkungen befürwortet. Es gibt nicht einmal eine Evidenz dafür, dass Ausgangsbeschränkungen eine positive Wirkung haben. Das Virus ist nachts nicht aktiver als tagsüber. Genauso wenig gibt es eine Evidenz dafür, dass Schulschließungen eine positive Wirkung haben, die Nachteile für die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen sowie die resultierenden psychischen Störungen sind hingegen evident. Es gibt auch keine Evidenz dafür, dass irgendeine besondere Gefahr von Reiserückkehrern ausgeht – ganz im Gegenteil, waren Reiserückkehrer bei bisherigen Studien unauffällig. Trotzdem wird das Reisen eingeschränkt. Wenn sich Regierungsentscheidungen von Fakten und Evidenzen lösen, ist die Freiheit in Gefahr!

Noch ein Beispiel für den Irrsinn gefällig? Ich zitiere aus den aktuellen Regeln des Baumarktes Bauhaus für Würselen in der Nähe von Aachen (siehe hier):

    • „Einkauf im Fachcentrum für Privatkunden mit Einkaufs-Termin und negativem Corona-Test
    • Einkauf im Stadtgarten für alle Kunden ohne Einkaufs-Termin und ohne Corona-Test
    • Einkauf im Fachcentrum für Gewerbetreibende und Handwerker ohne Einkaufs-Termin und ohne Corona-Test“

Wenn ich als Privatkunde ins Bauhaus möchte, dann brauche ich einen negativen Corona-Test, wenn ich meinen Gewerbeausweis vorlege, dann brauche ich keinen Test. Wenn das nicht mal eine super Regelung ist, um das Virus zu besiegen. Aber das RKI hat schließlich festgestellt, dass der Hauptanteil der Ansteckungen aus dem privaten Bereich stammt, so wird die Regelung doch logisch, oder?

Freie Menschen sollten sich gegen einen derartigen Schwachsinn wehren.

Die Anzahl an Tests ist in den letzten Wochen exponentiell gestiegen. Überall wird getestet. Jeder hat ein Recht auf kostenlose Schnelltests, in manchen Regionen darf man sich sogar täglich testen lassen und mit negativem Testergebnis darf man einkaufen. Also wird getestet, wie noch nie zuvor. Auch bei Kindern und Jugendlichen wurde bis vor den Osterferien mehr getestet. Daher sind die Inzidenzzahlen bei Kindern und Jugendlichen gestiegen, da Kinder und Jugendliche vorher kaum getestet wurden. Die Trefferquote bei PCR-Tests ist auch gestiegen. Das wiederum liegt daran, dass Millionen Schnelltests durchgeführt werden. Wer einen positiven Schnelltest hatte, muss anschließend einen PCR-Test machen, der dann bei einem vorherigen positiven Test mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls positiv ist. So steigt die Positivenquote bei PCR-Tests.

Allerdings suggerieren Regierende und vermeintliche Fachleute, dass der Anstieg der Fallzahlen nichts mit dem Ansteigen der Tests zu tun hätte. Es wird offensichtlich die Zielsetzung verfolgt, Ängste zu schüren und weitere Einschränkungen nach Ostern vorzubereiten. Unsere Freiheit soll länger und voraussichtlich noch stärker eingeschränkt werden.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Hinweise, die einen Beitrag zum Selberdenken leisten sollen. Denken soll bekanntlich helfen. Für alle kritischen Denker möchte ich anmerken, dass mein Beispiel hinkt, macht aber nix 😉

Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine große Schafherde. Diese haben Sie bislang aber noch nie gesehen. Sie sehen immer nur den Nachwuchs, wobei Sie die Lämmer auch nur im Dunklen sehen. Alle Lämmer sahen im Dunklen immer schwarz aus. Im Januar haben Sie das Licht angemacht und gesehen, dass in der 4. Kalenderwoche 6 Prozent und in der 6. Kalenderwoche schon 22 Prozent der Lämmer weiß waren. In Kalenderwoche 10 waren 78 Prozent der Lämmer weiß und in Kalenderwoche 12 waren es sodann 88 Prozent.

Aus dieser Entwicklung bei den weißen Lämmern schließen Sie, dass sich Ihre Herde schon bald extrem vergrößern wird. Sie werden der stolze Besitzer einer riesengroßen Herde mit zigtausenden weißen Schafen sein.

Ok, wenn wir wie ein Schaf denken, dann kommen wir auf solche Gedanken. In demselben Zeitraum ist jedoch der Anteil Ihrer schwarzen Lämmer gesunken. Während Sie in 4. Kalenderwoche noch einen Anteil von 94 Prozent schwarzer Schafe hatten, liegt er in Kalenderwoche 12 bei nur noch 12 Prozent (die weißen Schafe stehen stellvertretend für die Mutante B 1.1.7 und die Zahlen sind einem Bericht des spiegel.de hier sowie einem Bericht des RKI hier entnommen).

Eventuell sollten wir an einem hellen Tag einen Blick auf die gesamte Schafherde werfen, wobei die Schafherde hier stellvertretend für die insgesamt an Corona-Infizierten steht. In der 4. Kalenderwoche (Stand 25.1.) hatten wir in Deutschland circa 80.000 Corona-Neuinfektionen, in der 6. Kalenderwoche waren es circa 52.000 Fälle (obwohl der Anteil der Mutante extrem gestiegen war, sind die Gesamtzahlen gesunken), in der 10. Kalenderwoche gab es circa 90.000 Fälle und in Kalenderwoche 12 liegen wir Stand heute, die Zahlen sind noch nicht aktuell, bei voraussichtlich ca. 115.000 Fällen (siehe Weltgesundheitsorganisation hier).

Meine Schafherde wächst also nicht so schnell wie der Anteil der weißen Lämmer. Wenn man bedenkt, dass wir in der ersten Kalenderwoche dieses Jahres circa 143.000 Fälle hatten, dann ist meine Schafherde sogar kleiner geworden, obwohl der Anteil der weißen Schafe so extrem gestiegen ist.

Aber in den kommenden Wochen wird der rasante Anstieg der weißen Schafen kommen, ganz sicher, meine Herde wird explodieren. Definitiv. Und mit zunehmender Dummheit verliert die Freiheit.

Von: Jürgen Fischer -