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Die Retter der Weihnacht …

Written by Jürgen Fischer. Posted in Bildung, Gesundheit, Hysterie, Irrsinn, Krankheiten, Seuchen, Volksverdummung, Werte

… haben versagt, und zwar auf ganzer Linie. Noch vor wenigen Wochen wollte sich die gesamte Regierungselite den Titel „Retter der Weihnacht“ sichern. Man erhoffte sich dadurch mehr Wählerstimmen im kommenden Jahr. Die freiheitsbeschränkenden Maßnahmen wurden erst einmal bis kurz vor Weihnachten aufrechterhalten und dann sollte eine Pause von der Pause gemacht werden. Wobei wir wirtschaftlich schon länger eine Pause machen und mit großer Wahrscheinlichkeit werden wir bis ins Frühjahr weiter pausieren. Das scheint die „Strategie“ unserer Regierung zu sein.

Schon bei den Beschlüssen im November war klar, dass dem Virus das alles egal ist. Es macht konsequent weiter und lässt sich nicht aufhalten. Außer vielleicht am anderen Ende der Welt durch den dortigen Sommer. Bei uns bleiben die Fallzahlen konstant hoch oder niedrig, es kommt auf die Sichtweise an.

Das erklärte politische Ziel ist es, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Laut RKI und auch anderen Quellen finden Ansteckungen überwiegend im privaten Bereich statt, so wird das zumindest immer wieder kommuniziert. Unsere Politik macht den öffentlichen Bereich dicht. Völlig logisch, oder? Trotzdem sind fast alle Deutschen angeblich dafür und finden das richtig.

Laut RKI haben wir auch weiterhin Hotspots, nämlich genau dieselben Hotspots, die es seit dem Beginn der Pandemie gibt: Alten- und Pflegeheime und Krankenhäuser. Unsere Politiker interessiert diese Tatsache jedoch einen feuchten Kehricht. Friseure müssen dichtmachen und Sportstudios und Reisebüros und der Einzelhandel und, und, und … Und jetzt auch die Schulen.

Wissenschaftler kommen zu der Erkenntnis, dass keine besondere Verbreitung von Schulen und Schülern ausgeht. Dazu gibt es mittlerweile einige Studien, die allesamt zu diesem Ergebnis gelangen. Unter Ignoranz dieser Tatsachen sollten schon im Lockdown im November ab einem neu definierten und wiederum willkürlich festgelegtem Inzidenzwert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern schulspezifisch weitergehende Maßnahmen, wie beispielsweise Hybrid- bzw. Wechselunterricht, umgesetzt werden. Völlig logisch, oder? Trotzdem sind fast alle dafür und finden das richtig.

Und jetzt sollen die Schüler früher in die Ferien, die dann auch noch verlängert werden. Danach soll es digitalen Unterricht geben, wobei viele Schulen, Lehrer und auch Schüler dazu gar nicht in der Lage sind. Die Ausstattung ist schlichtweg nicht vorhanden und eine zu hohe Anzahl an Lehrern sind Digitallegastheniker. Ich habe 4 Kinder und weiß, wovon ich spreche. Das Recht auf Bildung und der Bildungsauftrag werden somit praktisch ausgesetzt.

Aber wir können es uns leisten, unsere Kinder brauchen keine Schule: „Eine internationale Studie bescheinigt deutschen Viertklässlern nur Mittelmaß. Mehr Schülerinnen und Schüler als vor zehn Jahren sind im Rechnen bedenklich schlecht. Und die Kultusminister? Loben „ein ordentliches Ergebnis“.“, so steht es in der Süddeutschen Zeitung am 08.12.2020 (siehe hier), wobei diese Studie nur das bestätigt, was schon in vorherigen Studien ermittelt wurde. Rückstände schon im 4. Schuljahr, was dies für die Zukunft bedeutet, ist statistisch gesehen ziemlich klar. Die Defizite werden mit zunehmendem Alter größer und nicht kleiner. Wir haben Bildungsdefizite, und zwar in erheblichem Ausmaß. Das zeigen viele Aussagen in der Coronakrise sehr deutlich. Und was macht man da, die Schulen schließen, ist doch logisch, oder? Und weil viele Menschen schlicht und ergreifend dumm wie Brot sind, finden sie das auch noch richtig. Schließlich geht es um Leben und Tod.

Einige verweisen in sozialen Medien auf Kriegszeiten oder sonstige Rahmenbedingungen der Vergangenheit oder darauf, was Oma und Opa in ihrem Leben schon alles erlebt hätten. Sie ziehen hieraus den Rückschluss, dass es uns doch gut gehen würde und wir uns über die paar Einschränkungen nicht aufregen sollten. Relativ betrachtet haben diese Zeitgenossen recht, absolut betrachtet jedoch einen an der Murmel. Mögen sie von mir aus wieder in die Steinzeit zurückkehren, den Strom abstellen und sonstige Experimente machen, mich aber bitte mit derartig unsinnigen Vergleichen nicht weiter behelligen. Ich lebe im Hier und Jetzt und muss seit Monaten unsinnige Maßnahmen ertragen. Jeder Mensch, der auch nur halbwegs die Fähigkeit logischen Denkens besitzt, was leider vielen abhandengekommen ist oder auch noch nie besonders ausgeprägt war, kommt zu anderen Erkenntnissen als die politischen Entscheider.

Schwere Verläufe treten weiterhin vor allem bei älteren Menschen auf und sind bei jüngeren sehr, sehr, sehr, sehr selten. Wenn dem so ist, wodurch könnte man dann die Belastung unseres Gesundheitssystems vermeiden? Denken Sie kurz selbst, das hilft, auch wenn viele damit aufgehört haben und sich lieber in Solidaritätsbekundungen ergießen. Unsere Politiker und Experten denken seit Monaten darüber nach und kommen immer wieder zu derselben Erkenntnis, dass man in allen Altersgruppen persönliche Kontakte verhindern muss. Wenn das nicht logisch ist, oder? Und weil das so zwingend logisch ist, sind fast alle befragten Passanten, die im Fernsehen gezeigt werden, dafür und finden das richtig. Da müssen wir solidarisch sein!

Eure Wehleidigkeit Nummer 1, Karl Lauterbach, will alle solange einsperren, bis wir bei einem Inzidenzwert von 25 angelangt sind. „Egal, wie lange das dauert.“ (siehe hier). Wie er auf diese Zahl gekommen ist, weiß man nicht. Vermutlich hat er geknobelt. In jedem Fall kann man aus solchen Aussagen mit großer Sicherheit auf gewisse kognitive Be- oder Einschränkungen schließen.

Aber selbst solche Aussagen treffen auf breite Zustimmung. Oder wählen die Medien gezielt nur diejenigen für ihre Berichterstattung aus, die dafür sind? Jetzt muss ich vorsichtig sein, sonst werde ich noch zum Verschwörungstheoretiker, oder? Nein, ich kann sogar den Nachweis dafür erbringen, dass unsere Medien genau diese Auswahl treffen. Denn ich habe mitbekommen, wie der WDR am Flughafen Menschen interviewt hat und ich habe gesehen, welche Auswahl schlussendlich gesendet wurde. Es geht auch den Medien darum, die Bevölkerung zu schützen, andere Meinungen sind da nicht erwünscht, die stören die Solidarität, die nun alle zeigen müssen.

Den vielen Solidarischen war es bis vor wenigen Monaten völlig egal, dass viele ältere Menschen jedes Jahr an Grippeviren gestorben sind. Die Solidarischen erklären sich nur mit dem solidarisch, an das sie gerade glauben. Sie sind Gläubige oder präziser ausgedrückt: Scheinheilige.

Die Solidarischen in Deutschland kümmern sich schon lange nicht mehr um ältere Menschen. Bei uns werden die Alten nicht mehr zu Hause gepflegt, soweit geht die Solidarität dann doch nicht. Sie werden in Altenheimen untergebracht. Da ist die Versorgung angeblich besser, Menschen sind Weltmeister darin, ihr eigenes Verhalten moralisch zu rechtfertigen.

Ich will deswegen nicht die Moralkeule schwingen, das steht mir nicht zu. Jeder kann frei entscheiden, ob er sich um die Alten in seiner Familie selbst kümmert oder die Pflege anders organisiert. Fakt ist jedoch, dass genau in dieser Bündelung vieler älterer, kranker und pflegebedürftiger Menschen in einer Art „Massenhaltung“ ein zentrales Problem in der Coronakrise liegt. Und ja, Sie dürfen sich gerne über diesen Begriff aufregen. Das erhöht den Puls und Ihre Lebendigkeit, faktisch bleibt es trotz Ihrer etwaigen Aufregung bei dem skizzierten Problem, das zu sehr vielen Coronatoten geführt hat und auch weiterhin führen wird.

Tatsache ist, dass ein Großteil der coronabedingten Todesfälle in Deutschland aus Alten- und Pflegeheimen stammt. „Infektionswellen in Altersheimen“ sind die „Haupttreiber der Covid-Mortalität“ (siehe hier). Laut einer Studie der Universität Bremen „stammen rund die Hälfte“ der an Covid-19 verstorbenen Menschen aus Altenheimen (siehe hier). Über 85 Prozent sind über 70 und die meisten haben mehrere Vorerkrankungen. Die wahre Todesursache scheint mittlerweile nicht mehr von großem Interesse zu sein. Es wird nur noch darüber berichtet, wie viele „an“ und „mit“ Covid-19 verstorben sind und man summiert.

Täglich werden Zahlen von Coronatoten veröffentlicht, wobei überhaupt nicht klar ist, woran diese Menschen gestorben sind. Es macht einen deutlichen Unterschied, wenn ich an Krebs und Multiorganversagen sterbe und zum Todeszeitpunk auch noch einen Virus hatte oder ob ich an einem Virus verstorben bin. Allerdings erfolgen derartige Differenzierungen nicht. Warum eigentlich nicht?

Einige der besonders schlauen Leser denken sich, dass sich hier mal wieder einer zum Fachmann erklärt, der keine Ahnung hat. Das sind oft diejenigen, die es mit ihrer persönlichen Weiterbildung selbst nicht so ernst nehmen und sich lieber auf Aussagen vermeintlicher Fachleute verlassen, anstatt selbst zu recherchieren, sich weiterzubilden und ihren Horizont zu erweitern.

Viele der Befürworter freiheitlicher Beschränkungen und des Lockdowns sind im öffentlichen Dienst tätig, Beamte oder haben allgemein sichere Arbeitsplätze, die nicht von den Beschränkungen betroffen sind. Es zeigt sich, dass die Coronapandemie in diesen Kreisen anders bewertet wird. Der Job ist sicher und man muss nicht mal mehr zur Arbeit fahren, es lebe das Homeoffice. Sehr viele Wohnungen und Häuser sind frisch renoviert, die Gärten gemacht, Corona sei Dank. Manch einer hofft auf den fließenden Übergang in die Pensionierung oder Verrentung, schließlich ist man schon älter und zählt somit zur Risikogruppe. Soziales Faulenzen gibt es nicht nur in Teams und Gruppen, sondern es handelt sich um ein soziologisches Phänomen, das ganze Bevölkerungsschichten betrifft. Obendrein gibt es nun auch noch Steuervergünstigungen für’s Homeoffice, also nicht für diejenigen, die in der Krise weiterhin ihre Frau oder ihren Mann gestanden haben und die es verdient hätten, sondern für diejenigen, die zu Hause geblieben sind. Wenn das nicht mal logisch ist. Die politische Elite zählt auch zum öffentlichen Sektor und konnte zu Hause bleiben. Zusammenhänge sind oft einfach zu erkennen, wenn man denn hinsieht.

Mit guter Recherche kann man sich in jedes Thema einarbeiten. Zudem kommen Fachleute zu denselben Erkenntnissen, was die Hypothese zulässt, dass die hier aufgestellten Hypothesen richtig sein könnten. Laut dem Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung wird ein harter Lockdown scheitern. Ich zitiere: „Ein Lockdown, egal wie hart, ist keine geeignete langfristige Strategie in der Pandemiebekämpfung.“ Und was empfiehlt uns der Fachmann: „Stattdessen sollte mehr für den Schutz der Risikogruppen in den Alten- und Pflegeheimen getan werden.“ (siehe hier). Bei diesen einfachen Zusammenhängen braucht es aber keine Fachexpertise. Ein wenig Statistik auf hoher Flughöhe mit einem Blick über die Verläufe von Viruserkrankungen in den letzten Jahren und auf die Altersverteilung der Covid-19-Todesfälle hätte schon gereicht. Daher konnte ich, wie im Übrigen sehr viele andere auch, dieselben Empfehlungen schon vor Monaten aussprechen. Aber für sehr viele Menschen dienen das Internet und die sozialen Medien nicht zur Recherche und Weiterbildung, sondern ausschließlich zum Meinungsaustausch sowie zur Verbreitung von Glaubensbekenntnissen.

Immerhin hat man sich nach einem Jahr der Pandemie nun dazu durchgerungen, Risikogruppen kostenlose FFP2-Masken zur Verfügung zu stellen. Durch diese einfache Maßnahme hätten vermutlich einige Todesfälle verhindert werden können. Aber das spielt in der Diskussion keine Rolle. Über Fehler wird in der Pandemie nicht gesprochen. Parallel arbeiten moderne Unternehmen an ihrer Fehlerkultur, weil sie wissen, dass dies ein entscheidender oder sogar der ausschlaggebende Weg zur kontinuierlichen Verbesserung ist. In der Politik macht man es genau andersherum. Fehler werden kaschiert, verleugnet, anderen ans Revers geheftet und nach Möglichkeit vertuscht. Das ist fernab von schlau, sofern man das Ziel verfolgt, besser zu werden. Allerdings geht es darum in der Politik nicht, man will nicht besser werden. Mann und Frau wollen Posten behalten und wiedergewählt werden – andere Ziele, andere Mittel.

Laut Angela Merkel vertragen sich „Glühweinstände und Waffelbäckereien“ nicht „mit der Vereinbarung, dass wir zum Beispiel Essen und Verzehr nur nach Hause mitnehmen“. Angela tut es leid, „wirklich“, „im Herzen“ leid. Aber: „Wenn wir dafür den Preis zahlen, dass wir Todeszahlen am Tag von 590 Menschen haben, dann ist das nicht akzeptabel aus meiner Sicht, und deshalb müssen wir da handeln.“ (siehe hier).

Um richtig Ängste zu schüren, greift man sich seit Beginn der Pandemie immer wieder Wochen heraus, in denen die Übersterblichkeit in Deutschland über dem langjährigen Mittel lag (siehe beispielsweise hier). Bislang ist man dazu gezwungen, sich einzelne Wochen gezielt herauszusuchen, da es – bezogen auf das gesamte Jahr – weiterhin keine Übersterblichkeit gibt. Pro Tag sterben in Deutschland circa 2.600 Menschen und in diesem Jahr hatten bzw. haben einige davon einen Virus, was im Übrigen in den Jahren davor auch der Fall war. Es war nue ein anderes Virus. Das bedeutet nicht, dass es schlussendlich nicht doch eine Übersterblichkeit für 2020 geben mag, allerdings wäre auch die statistisch normal – es gibt die Gaußsche Normalverteilung.

Gleichzeitig führt die Angstmacherei, die von höchster politischer Spitze ausgeht, dazu, dass viele Menschen nicht mehr den Weg zum Arzt oder ins Krankenhaus antreten, weil auch in Krankenhäusern und Arztpraxen die Ansteckungsgefahren als hoch eingeschätzt werden. „Angst(macherei) vor Corona führt leider auch dazu, dass viele ärztliche Behandlungen zu spät kommen.“ (siehe hier).

Die Angstmacherei kennt keine Grenzen mehr: „Als würde jeden Tag ein Jumbojet abstürzen“ titelt der Spiegel-online (siehe hier). Ein Vergleich, den Markus Söder schon am 25.11.2020 strapazierte: „Todeszahlen sind so hoch, als würde jeden Tag ein Flugzeug abstürzen“ (siehe hier). Die Todeszahlen in Deutschland sind jeden Tag so hoch, als würden ein paar Flugzeuge abstürzen: Daher nochmals, extra für Söder und Konsorten, es sterben in Deutschland pro Tag circa 2.600 Menschen.

Das ZDF gibt einem 20-jährigen, jungen Verstorbenen ein Gesicht im heute journal (siehe hier), um auf die großen Gefahren von Herzschäden nach einer Covid-19 Erkrankung hinzuweisen. Das ist keine Form seriöser Aufklärung, sondern mit Blick auf die Sterbestatistiken, wonach jüngere Menschen kaum betroffen sind, schlichtweg Panikmache. Die Jungen sollten weiterhin aufpassen, wenn sie über die Straße laufen.

Die Impfpflicht wird im Spiegel zur Bürgerpflicht erklärt (siehe hier), verbunden mit gesonderten Hinweisen auf Solidarität, womit man sich auch immer solidarisch zeigen soll, vermutlich geht es auch ums Vaterland. Da wundert man sich nicht einmal mehr, wenn man in Zeitungen Überschriften wie die Folgende liest: „Zahl der Toten 2020 in Italien so hoch wie im Zweiten Weltkrieg“ (siehe hier oder hier). Das Ende des zweiten Weltkriegs ist 75 Jahre her und seitdem hat sich die Bevölkerung gravierend verändert, in Italien waren es vor 75 Jahren circa 45 Millionen Einwohner und heute sind es über 60 Millionen. Die reißerische Aussage in der Überschrift sagt somit in Bezug auf die Gefahr durch Covid-19 rein gar nichts aus. Aber das ist auch nicht das Ziel. Es gilt, Panik zu machen – und das funktioniert seit Monaten.

Söder proklamiert die Ausgangssperre zu Weihnachten. Ausnahme sind natürlich die Spieler des FC Bayern, die dürfen überall hinfahren. Alle anderen werden zur Kasse gebeten: „Wer ab Mittwochabend 21 Uhr ohne triftigen Grund in Bayern auf der Straße unterwegs ist, muss mindestens ein Bußgeld von 500 Euro zahlen. Das Kabinett hat am Montag in seiner Sitzung in München eine entsprechende Erweiterung des Bußgeldkatalogs beschlossen“ (siehe hier). Bei sowas ist der Söder schnell. Die Anzahl der Intensivbetten wurde auch erhöht, leider ohne das passende Personal. Das ist ja nur ein kleiner Fauxpas. Knapp vorbei ist auch daneben, heißt es im Fußball.

Bei uns werden die Geschäfte geschlossen, der Einzelhandel kann zu machen, einige gleich dauerhaft. Laschet ruft dazu auf, Weihnachtsgeschenke nicht online zu kaufen (siehe hier). Stattdessen sollen wir Gutscheine kaufen. Altmeier empfiehlt dasselbe (siehe hier). Die großen Online-Händler machen die Geschäfte und zahlen weiterhin ihre Steuern woanders. Anstatt dämliche Empfehlungen auszusprechen, hätten die Herren sich mal besser darum gekümmert, dass die Steuern dort gezahlt werden, wo auch der Umsatz gemacht wird. Steuern werden aber von den großen Internetkonzernen kaum gezahlt, weil die Nutzung der konzerneigenen Marken den gesamten Gewinn soweit reduziert, dass schlussendlich nichts mehr übrig bleibt, zumindest nicht in den Ländern, in denen die Steuern hoch sind. Aber ein Schließen dieser und weiterer Schlupflöcher lässt sich so schnell nicht realisieren, denn das müsste man erst einmal wollen.

Obwohl die Belastung unseres Gesundheitssystems beinahe ausschließlich auf die schweren Verläufe bei älteren Menschen zurückzuführen ist, zielen die freiheitsbeschränkenden Maßnahmen pauschal auf alle ab, sicher ist sicher. Wenn es wirklich um Entlastung ginge, sollte man gezielt für Entlastung sorgen und sich auf die älteren Altersgruppen konzentrieren.

Wir hätten alle älteren Menschen, die dies gewünscht hätten, in top Hotels mit einer spitzenmäßigen Verpflegung und einem Rund-um-sorglos-Paket in den Urlaub schicken können, möglichst im Grünen, mit viel Natur, mit ärztlicher Betreuung und regelmäßigen Tests. Das wäre verhältnismäßig gewesen, zudem kostengünstiger und durch die parallel weiterlaufende Wirtschaft hätten wir das locker finanzieren können.

Sicherlich denken gerade einige, das geht doch nicht. Wenn Sie so denken, zählen Sie zur sehr großen Gruppe der Problemorientierten, die sich gerne in epischer Breite darüber auslassen, warum etwas nicht funktioniert, warum andere schuld sind. Sie regen sich gerne über andere auf, fordern Wertschätzung und erachten Dinge als alternativlos. Alternativ hätten Sie über eine andere Lösung nachdenken können, wenn sie denn handlungs- und lösungsorientiert wären.

Wenn man sich auf die Älteren konzentriert, könnte man die Älteren auch einmal nach ihrer Meinung fragen. Sehr vielen älteren Menschen sind die persönlichen Kontakte zu ihren Familien weitaus wichtiger als der Schutz ihrer Gesundheit. Für einige ist es das letzte Weihnachten, das sie gerne im Kreise ihrer Familie verbringen möchten, aber das ist den Solidarischen egal.

Alle Menschen haben das Recht, eigenständig Entscheidungen zu treffen, und zwar auch über Leben und Tod. Jeder Mensch darf sein Leben gefährden und sogar beenden. Freiheit ist das mit Abstand höchste Gut und keiner hat das Recht, andere Werte höher als die Freiheit einzustufen.

Selbstverständlich darf die individuelle Freiheit andere Menschen nicht gefährden, was aber auch nicht geschieht. Kein Mensch umarmt wildfremde Menschen oder bespuckt sie. Die Menschen halten Abstand und gehen rücksichtvoll miteinander um. Jeder ist in der Lage, Abstand zu anderen zu halten und jeder kann für sich entscheiden, ob er eine Zeit lang zu Hause bleiben will. Wir brauchen keine „Retter der Menschheit“, die für uns denken und uns schützen müssen.

Laschet propagiert dasselbe, was gerade alle anderen auch von sich geben: „Der Gesundheitsschutz und der Schutz des Lebens haben Vorrang“ (siehe hier). Vorrang vor was? Warum stellt sich die „politische Elite“ mit solchen Äußerungen ungestraft über unsere Grundrechte? Es steht ihnen nicht zu, Werte in einer derartigen Form für andere Menschen zu gewichten. Das liegt im Entscheidungsrahmen des Individuums und wurde gerade in diesem Frühjahr vom Bundesverfassungsgericht untermauert: „Das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) umfasst als Ausdruck persönlicher Autonomie ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Das Recht auf selbstbestimmtes Sterben schließt die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen. Die Entscheidung des Einzelnen, seinem Leben entsprechend seinem Verständnis von Lebensqualität und Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz ein Ende zu setzen, ist im Ausgangspunkt als Akt autonomer Selbstbestimmung von Staat und Gesellschaft zu respektieren.“ (siehe hier). Wenn ich ein Grundrecht auf selbstbestimmtes Sterben habe, sollte das für das Leben wohl gleichermaßen gelten und unantastbar sein.

Wenn denn der Schutz des Lebens wirklich vor allem Vorrang haben soll, warum macht man es dann nicht konsequent? Männer werden nicht so alt wie Frauen. Warum werden Männer nicht besser geschützt? Solidarisch wäre es doch, wenn alle im gleichen Alter sterben würden. Warum beenden wir das Leben nicht grundsätzlich mit 75 Jahren? Das wäre doch viel gerechter – wir müssten halt von dem Teil der Menschheit, der älter wird, Solidarität einfordern. Man könnte auch ab 2021 generell Geburten verbieten, dann würden perspektivisch die Todeszahlen runter gehen. Auch das wäre eine Option. Allerdings sind die skizzierten „Optionen“ genauso unsinnig wie die Vielzahl völlig unsinniger Maßnahmen, die in den letzten Monaten ergriffen wurden.

Anstatt sich darüber Gedanken zu machen, wie man mit dem Virus weiterleben kann, versucht man, das Virus zu beherrschen. Und im Herrschaftswahn beschließt man einen Unsinn nach dem anderen. Jetzt erklären irgendwelche Deppen die Kanaren zum Risikogebiet, zwischen Dresden und Aachen darf man aber ohne Quarantäne hin- und herpendeln. Das ist, wie so Vieles, völliger Irrsinn, aber im Deutschlandtrend vom 17.12.2020 sind die meisten dafür und 16 Prozent wünschen sich gar noch mehr Irrsinn (siehe hier).

Und wenn man glaubt, es geht nicht schlimmer, dann setzt irgendwer noch einen drauf. Darauf war bei Herrn Trump Verlass und soweit sind wir auch bei uns in Deutschland schon seit einiger Zeit. Jetzt war es ein Mitglied des völlig fehlbesetzten Ethikrats, ein Prof. namens Henn soll laut Bild Folgendes gesagt haben: „Wer partout das Impfen verweigern will, der sollte, bitte schön, auch ständig ein Dokument bei sich tragen mit der Aufschrift: „Ich will nicht geimpft werden! Ich will den Schutz vor der Krankheit anderen überlassen! Ich will, wenn ich krank werde, mein Intensivbett und mein Beatmungsgerät anderen überlassen““ (siehe hier). Die Zeit klärt uns auf, „worum es Henn“ – angeblich – „geht: den Menschen in Erinnerung zu rufen, dass Handeln und Nichthandeln jeweils Konsequenzen haben. „Wer sich aus der Verantwortung herausziehen will – Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass –, der sollte das auch wirklich mit sich tragen.“ (siehe hier). Die Ethik gebietet es, auch den größten Deppen zu unterstützen, selbst Professoren aus Ethikräten, die sich in dieser Form äußern. Die Aussagen des Herrn Prof. Henn sind eindeutig und er meinte offenkundig nicht das, was er im Anschluss vorgibt, gemeint zu haben. Dem Denkansatz des Herrn Prof. Henn folgend, sollten Menschen, die Alkohol trinken, eine Erklärung abgeben, dass sie nicht mehr an Leberzirrhose behandelt werden wollen. Fettleibige sollten eine Erklärung bei sich führen, dass sie nicht mehr bei Diabetes, Gicht oder Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems behandelt werden wollen. Zum Glück steht den „ethischen“ Überlegungen des Herrn Prof. unsere Gesetzgebung entgegen.

Zudem, und der Aspekt ist entscheidend, gibt es sehr wohl gute Gründe, sich nicht impfen zu lassen. Die Entwicklung eines neuen Impfstoffs dauert normalerweise Jahre, teilweise wird von einem Jahrzehnt gesprochen. Der Impfstoff gegen Covid-19 wurde in extrem kurzer Zeit entwickelt. Er ist folglich mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit nicht so ausgereift, wie das bei üblichen Impfstoffen der Fall ist. Dementsprechend sind die Risiken höher. Das kann bei nachdenkenden Menschen zu dem Entschluss führen, sich nicht impfen zu lassen. Und zu diesem Entschluss haben sie das Recht, was im Übrigen mit mangelnder Solidarität rein gar nichts zu tun hat.

Ein anderer Aspekt ist noch weitaus bedeutender. Jede Grippe und jede Erkältung machen Menschen widerstandsfähiger, und zwar auch gegen Viren, die es zuvor noch nicht gab. Das gilt gleichermaßen für das Coronavirus, gegen das einige Kinder kreuzaktive Antikörper haben, ohne jemals zuvor infiziert worden zu sein (siehe hier). Inwieweit dieser Aspekt auch durch Impfungen erreicht werden kann, ist nicht abgesichert. Man könnte somit als Ethiker durchaus die Auffassung vertreten, dass es äußerst solidarisch ist, sich nicht impfen zu lassen, weil hierdurch langfristig eventuell mehr Menschen überleben und die Menschheit widerstandsfähiger wird.

Sie sollten sich selbst eine Meinung bilden, möglichst auf Basis von Fakten und nicht von Glaubensbekenntnissen, und wie immer ihre Meinung auch aussehen mag, handeln sie im Anschluss danach. Dieses Recht zur freien Entscheidung ist in unserer freiheitlichen Grundordnung verankert.

Zum Glück ist schon in wenigen Monaten bei uns Frühjahr und die Zahlen werden wieder sinken, und zwar von ganz allein, völlig losgelöst von irgendwelchen bekloppten Maßnahmen. Politiker werden trotzdem den Eindruck vermitteln, dass sie uns vor dem Schlimmsten bewahrt hätten und die Menschen werden ihnen dankbar sein. Menschen bezeichnen am liebsten das Gescheite als dumm, welches sie nicht verstehen und erhalten sich so ihre Dummheit. Oder wie Oscar Wilde meinte: „Wenn ein Mann etwas gänzlich Dummes tut, so ist es stets aus den edelsten Motiven.“, was für Frauen und alle sonstigen Geschlechter natürlich gleichermaßen gilt  Zum Abschluss noch Theodor Fontane: „Gegen Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.“

Von: Jürgen Fischer -